Gesundheit : Silizium-Verbindungen werden elektrisch aufgeladen

Hinter dem rätselhaften Phänomen der Kugelblitze verbirgt sich möglicherweise lediglich etwas aufgewirbelter Staub. Zwei neuseeländische Wissenschaftler schreiben in der aktuellen Ausgabe der britischen Wissenschaftszeitschrift "Nature", dass sie das Geheimnis der Kugelblitze gelüftet hätten. Demnach sind die Leuchterscheinungen nichts anderes als durch einen Blitzschlag aufgeladene und aufgewirbelte Silizium-Verbindungen.

Immer wieder gibt es weltweit Berichte über kugelförmige Leuchterscheinungen, die aus dem Nichts auftauchen und nach 15 bis 20 Sekunden wieder spurlos verschwinden. Die kleinsten beobachteten Feuerbälle haben demnach die Größe eines Golfballs, andere sollen so groß wie Fußbälle sein und etwa so stark wie eine Glühbirne leuchten. Welche Ursache das seltene Phänomen hat, war bislang rätselhaft - die weniger wissenschaftlichen Erklärungsversuche reichen von Poltergeistern bis zu göttlichen Erscheinungen.

John Abrahamson und James Dinniss von der Canterbury-Universität in Christchurch auf Neuseeland glauben, endlich eine Erklärung gefunden zu haben. Nach der Theorie der beiden Forscher steht am Anfang des Phänomens ein Blitzschlag während eines Gewitters. Die enorme Energie des Blitzes lädt Silizium-Verbindungen auf, die im Boden in großer Menge enthalten sind - zum Beispiel in Form von Sand oder Kieselerde. Winzige Ketten dieser "aufgeladenen" Silizium-Verbindungen werden durch die Gewalt des Blitz-Einschlages in die Luft geschleudert. Dort bleiben sie als unsichtbarer Staubball hängen. Die zuvor vom Blitz aufgenommene Energie geben die Partikel in Form von Wärme und Licht wieder ab - der schwebende Staubball leuchtet. Sobald die Energie sich entladen hat, verschwindet der Feuerball.

Die Theorie stimmt nach Aussagen der Forscher mit der Beobachtung überein, dass Kugelblitze nur bei stürmischem Wetter und bestimmten Bodenverhältnissen auftauchen - die Mischung von Silizium, Kohlenstoff und Sauerstoff in der Erde muss stimmen. Auch das immer wieder beschriebene Schweben des Feuerballes passt mit dem geringen Gewicht des Siliziums zusammen. Einen Teil des Phänomens konnten Abrahamson und Dinniss im Labor bereits nachstellen - einen sichtbaren Feuerball haben sie bisher allerdings noch nicht produziert.

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