Gesundheit : „Sind Studentenführer keine Linken mehr?“

-

DIE AKTUELLE FRAGE

MATHIAS HOFMANN (23)

ist seit April 2002 stellvertretender Vorsitzender des Astas der Technischen Universität. Er studiert Energietechnik im 7. Semester.

Foto: Mike Wolff

300 Studenten blockieren eine Kreuzung, 35 kommen zur Physik-„Übung“ ins Rote Rathaus. In Frankfurt und Göttingen aber gehen Tausende auf die Straße. Fehlt Ihnen die Basis?

Wir sind noch in der Mobilisierungsphase. Mit dezentralen Aktionen auf dem Campus und in der Innenstadt hoffen wir, Studenten und Öffentlichkeit zu alarmieren.

Mit welchen Argumenten können Sie streikunwillige Kommilitonen überzeugen?

Wenn es jetzt keine große Streikbewegung gibt, wird es massive Einsparungen geben, und es werden Studiengebühren eingeführt.

Was bringt es, wenn Seminare ausfallen?

Wenn der Lehrbetrieb weiterläuft, verpufft der Protest. Erst ein Streik bringt Zeit für kreative Aktionen: So haben die TU-Architekten ein Hüttendorf errichtet. Motto: „Aktive Verslummung – Berlin wird Weltstadt!“

Die Hochschule empfiehlt Sie als Gesprächspartner: Sie seien „nicht so ideologisch“. Sind Studentenführer keine Linken mehr?

Wir hüten uns, den Protesten eine ideologische Richtung zu geben, weil wir eine breite Basis brauchen. Aber der Asta wird noch immer von einem linken Bündnis getragen.

Für Sonnabend ruft der Asta der TU zur „Großdemo“ auf dem Pariser Platz auf. Konnten Sie prominente Redner gewinnen?

Wir haben die Unterstützung der Gewerkschaften. Als Redner kommen einer der streikenden FU-Profs und ein TU-Mitarbeiter.

Wo bleibt TU-Präsident Kurt Kutzler, der doch eigentlich die Proteste begrüßt?

Da gibt es eine Richtungsänderung. Kutzler hat gestern seinem Vize verboten, einen Appell an Hochschullehrer zu verbreiten, mit dem diese zur Solidarität mit den streikenden Studenten aufgerufen werden sollten.

Die Fragen stellte Amory Burchard.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben