Gesundheit : So wird jetzt in Berlin studiert

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Berlins Schulsenator Klaus Böger hat den Unis folgende Vorgaben gemacht: Künftig sollen pro Jahr 850 Lehramtsstudenten ausgebildet werden. Davon entfallen 350 auf die Freie Universität, 350 auf die Humboldt Universität, 100 auf die Technische Universität und 50 auf die Universität der Künste. Die Ausbildung zum Studienr at gliedert sich in ein dreijähriges BachelorStudium, ein zweijähriges Master-Studium, das mit dem Staatsexamen abschließt, und einen Vorbereitungsdienst von einem bis zwei Jahren – je nachdem, wie die Schulpraktika angerechnet werden.

Das Fachstudium nimmt so viel Zeit und so viele Leistungspunkte in Anspruch, dass für die eigentliche Berufsvorbereitung in Erziehungswissenschaften, Psychologie und Didaktik fast nichts übrig bleibt. Von 180 Leistungspunkten, die ein Bachelorstudent künftig auf dem Weg zum Lehrerberuf in sechs Semestern erwerben muss, sind 150 für das Studium der zwei Fächer vorgesehen und nur 30 für das eigentliche Lehrertraining.

30 Leistungspunkte reichen gerade für ein zweimonatiges Schulpraktikum und einige Lehrangebote in Erziehungswissenschaften .

Den wirklich berufsvorbereitenden Abschluss für den Lehrer erhält der Student erst im Masterstudium, das seinen Schwerpunkt in den Erziehungswissenschaften, Didaktik und Psychologie hat.

Wegen dieses geringen Anteils an praktischer Schulausbildung ist das Bachelorstudium auch nicht als Lehrerstudium ausgewiesen, sondern hat nur ein vages Berufsziel . Im Lehrerbildungsgesetz heißt es: „Die dreijährigen Bachelorstudiengänge führen zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss für bestehende und noch zu entwickelnde Berufsfelder außerhalb des Lehramtes.“ Das heißt im Klartext: Genaues ist nicht bekannt. Darum vertröstet man den Bachelorabsolventen mit Tätigkeiten in Verlagen, in den Medien oder als Stadtführer bis hin zu Berufen, die erst noch erfunden werden müssen. U.S.

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