Gesundheit : Soll Ex-Finanzsenatorin Kliniken fusionieren? Nümann-Seidewinkel für Berlins Hochschulmedizin im Gespräch

Bärbel Schubert

Für die neue Führungsriege in der Berliner Hochschulmedizin zeichnet sich die erste Personalie ab. Als Vorstandsvorsitzende ist die frühere Hamburger Finanzsenatorin Ingrid Nümann-Seidewinkel (SPD) im Gespräch, wie der Tagesspiegel in Berlin am Sonntag aus informierten Kreisen erfuhr.

Die Vorstandschefin wird bei der beschlossenen Fusion der Charité mit dem Klinikum Benjamin Franklin eine Schlüsselrolle spielen. Entschieden wird vom Vorstand – mit Zustimmung des Aufsichtsrates – unter anderem, welche Fächer künftig an welchem Ort in Berlin zusammengeführt werden, Schwerpunktsetzungen und Personalfragen.

Nümann-Seidewinkel gehörte der vom Senat eingesetzten Expertenkommission Medizin an und kennt daher die Situation der Berliner Hochschul-Kliniken. Ihre Erfahrung mit Haushaltsfragen als Ex-Finanzsenatorin käme ihr bei der Umgestaltung sicher zugute. Die Juristin wurde 1995 vom damaligen Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau als Staatsrätin in die Finanzbehörde geholt. Bei Bürgermeister Ortwin Runde (beide SPD) wurde sie Senatorin, bis zum Regierungswechsel im vergangenen Jahr. In ihrem Amt setzte sie sich für eine Reduzierungder Neuverschuldung im Hamburger Haushalt ein und war eine Verfechterin der Verwaltungsmodernisierung.

In zehn Tagen soll das Abgeordnetenhaus ein Übergangsgesetz verabschieden, das die Weichen für die Fusion der Charité mit dem Klinikum Benjamin Franklin stellt. In Kraft treten wird es voraussichtlich zum 1. Juni. Danach wird zunächst der nebenamtliche Aufsichtsrat bestellt, dann der neue hauptamtliche Vorstand. Ziel der Fusion ist es, rund jeden dritten Euro des Landeszuschusses für die Hochschulmedizin einzusparen.

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