Gesundheit : Sommersemester 2001: Das ganze Mittelalter in einer Nussschale

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Vorlesungsverzeichnisse wirken oft wie Grabbeltische im Neonlicht. Haupt-, Ober- und Proseminare buhlen auf notdürftig von einer Heftklammer zusammengehaltenem Billig-Papier um die Gunst des Kunden, des Studenten. Dem gehen von dem Angebot die Augen über: Passt zum Strukturalismus-Kurs vom letzten Semester die Vorlesung zur Komödie Lessings besser oder die zur Filmtheorie in der Weimarer Republik? Am Ende sieht er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr - der Stundenplan wird zusammengeramscht.

Doch es geht auch anders: An der Freien Universität können sich Studierende mit einer schön gestalteten Broschüre einen Überblick über alle Lehrveranstaltungen schaffen, die am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften in den Bereichen Mittelalter, Renaissance und Frühe Neuzeit angeboten werden - von der Anglistik bis zur Turkologie. Damit wird es dem Studenten leicht gemacht, sich sinnvolle Schwerpunkte zu setzen und Veranstaltungen zu interdisziplinären Modulen zu kombinieren. Eine Anregung dazu gibt ein Leitthema, zu dem mehrere Dozenten Kurse anbieten, diesmal lautet es "Bildung und Erziehung". Die Broschüre soll auch den Kontakt zu Abiturienten intensivieren, die nach Absprache Einblick in Kurse nehmen können.

Mit dem Heft ist der Grundstein zu einem Mittelalterzentrum gelegt, das die FU plant. Die dort vernetzten Wissenschaftler wollen europäische wie außereuropäische Geschichtsentwürfe und die Herausbildung von Nationen erforschen. Die Broschüre ist für zwei Mark beim Pförtner der Rostlaube und in den Instituten zu bekommen ( www.germanistik.fu-berlin.de ).

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