Gesundheit : Sommersemester 2001: Wie viel Geld ist in studentischen Portemonnaies?

Andrea studiert Medizin und lebt vom Geld ihrer Eltern. Bis vor kurzem hat sie noch bei der Telekom-Auskunft gearbeitet und dort bis zu 1000 Mark verdient. Jetzt musste sie aber für ihre Prüfungen lernen. Deshalb spart sie, wo möglich: Sie geht nur selten abends weg. Im Urlaub war sie schon lange nicht mehr. Unglücklich ist sie aber nicht, weil sie ihr Glück nicht vom Geld abhängig macht, sagt Andrea. Sorgen macht ihr lediglich die nächste Telefon-Rechnung: Ihr Freund ist gerade nach Spanien gegangen. Ihr Portemonnaie: 1000 Mark Einnahmen. Ausgaben: 450 Mark Miete, 200 Mark Haushalt und Lebensmittel, 78 Mark BVG-Monatskarte, 50 Mark Telefon, 50 Mark Kino etc. Rest: 163 Mark für alles andere.

Sebastian hat vor seinem Studium des Bauingenieurwesens eine Maurer-Lehre absolviert. So konnte er sich in den Semesterferien 3000 Mark bei einer Baufirma ermauern. Auf das Sommersemester verteilt sind das also 500 Mark pro Monat, denn im Semester bleibt für Sebastian keine Zeit zum Arbeiten. Mit seinen Finanzen kommt er gut aus. Zwar gibt er monatlich 200 Mark für Bahnfahrten zu seiner Freundin ins Ruhrgebiet aus. Andererseits zahlt er aber nur 370 Mark für seine Ofenheizungs-Wohnung. Einnahmen: 1000 Mark von den Eltern, 500 Mark Maurerarbeit. Ausgaben: 370 Mark Miete, 250 Mark Lebensmittel, 200 Mark Bahnfahrten, 100 Mark Telefon, 100 Mark Freizeit, 50 Mark Strom. Rest: 430 Mark für alles andere.

Caroline, VWL-Studentin, wohnt noch bei ihren Eltern und bekommt 780 Mark Taschengeld. Trotzdem geht sie neben dem Studium bei Ikea oder im Sonnenstudio arbeiten und verdient zwischen 250 und 1200 Mark im Monat. Aber nur selten bleibt was übrig. Oft kauft sie Lebensmittel, die nicht auf der Einkaufsliste ihrer Eltern stehen. Auch geht das Geld für den Klavierunterricht drauf - oder für Wochenenden in der Disco. Einnahmen: 780 Mark Taschengeld, 250 bis 1200 Mark Jobs. Ausgaben: 250 Mark Lebensmittel, 200 Mark Zigaretten, 200 Mark Party, 180 Mark Klavierunterricht, 150 Mark Kleidung, 100 Mark Bücher, 78 Mark BVG, 50 Mark Kosmetik, 20 Mark Schwimmverein. Rest: bis zu 750 Mark fürs Verreisen.

Yvonne, Medizin-Studentin, wohnt im Studentenheim und bekommt Bafög. Das sind allerdings nur 520 Mark im Monat. Deshalb geht sie alle zwei bis drei Monate jobben. Wenn das Geld am Monatsende nicht reicht, legen Yvonnes Eltern auf die 270 Mark Kindergeld noch was drauf. Kleidung und Bücher lässt sie sich zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken. Einnahmen: 520 Mark Bafög, 270 Mark Kindergeld von den Eltern, 200 Mark Jobs. Ausgaben: 255 Mark Miete, 200 Mark Lebensmittel, 150 Mark Tanzen, Kino, 85 Mark Bahnfahrten nach Hause, 80 Mark Handy, 78 Mark BVG. Rest: 142 Mark. cct

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