Gesundheit : Sonde fängt Staub eines Kometen ein Nasa-Wissenschaftler hoffen auf Material aus der Vorzeit der Erde

Rainer Kayser

Am heutigen Freitag erreicht die amerikanische Raumsonde „Stardust“ nach knapp fünfjähriger Reise den Kometen „Wild2“. 240 Millionen von der Erde entfernt soll sie Staub und Gas einfangen und im Jahr 2006 zur Erde zurückbringen. Aus der ersten Laboranalyse von Kometenstaub erhoffen sich Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems und der Erde.

Die weite Reise von Stardust durchs All war nicht einfach. „Bei Mars und den anderen Planeten wissen wir stets ganz genau, wo sie sich befinden“, erläutert Shyam Bhaskaran von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. „Bei Kometen ist das anders. Sie stoßen Gas aus, deshalb ändern sich ihre Bahnen unvorhersehbar.“ Die Forscher waren daher froh, als „Stardust“ Mitte November, drei Wochen früher als erwartet, erste Fernaufnahmen des Reiseziels lieferte. Das machte es leichter, die Raumsonde bis auf 300 Kilometer an den Kometen heranzuführen.

Mit seinem Staubfänger soll das Raumfahrzeug nun winzige Partikel aus dem Umfeld des Kometen aufsammeln, ohne die Staubkörner und Moleküle dabei zu zerstören. Dazu haben die Nasa-Experten ein spezielles Aerogel entwickelt: ein sehr poröses, schwammartiges Glas, das zu 99 Prozent aus Hohlräumen besteht. Eindringende Partikel werden darin so langsam gebremst, dass sie sich nicht durch Erhitzung verändern oder gar verdampfen.

Der Komet „Wild2“ drang 1974 erstmals in das innere Sonnensystem ein. Seine Materie ist nach Ansicht der Forscher über die vergangenen 4,5 Milliarden Jahre weitgehend unverändert geblieben. Von besonderem Interesse sind die in der Kometenmaterie enthaltenen organischen Moleküle. Sie verklumpen teilweise zu komplex strukturierten Partikeln. Diese Körnchen sind wohl in der Frühphase des Sonnensystems auch auf die Erde niedergeregnet und haben womöglich eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Lebens gespielt.

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