Gesundheit : Sonderforschungsbereiche: Große Themen für die Forschung

U. S.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft muss einen Stau von Anträgen bei der Bewilligung neuer Sonderforschungsbereiche bewältigen. Der Stau ist so groß, dass künftig noch schärfere Vergabeverfahren drohen. Die Zeiten sind vorbei, dass sich eine Universität besonders günstige Chancen für die Bewilligung eines Sonderforschungsbereichs ausrechnen kann. Zur Zeit gibt es 130 Anträge auf neue Sonderforschungsbereiche, aber jährlich können nur 20 bis 30 neue Sonderforschungsbereiche bewilligt werden. Das erklärte der Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und jetzige Präsident der Humboldt-Universität, Jürgen Mlynek, vor dem Akademischen Senat.

Dieser Stau werde auch Folgen bei der Verlängerung von Sonderforschungsbereichen haben, denn die Verlängerungshürde ist für die Universitäten bei weitem nicht so schwer zu nehmen, wie die anfängliche Genehmigung eines Großvorhabens der Forschung. Sonderforschungsbereiche sind besonders ehrgeizige Forschungen, an denen eine Universität in der Regel mehrere Fachbereiche oder Fakultäten beteiligt. Sie laufen einschließlich der Verlängerung oft über zehn oder zwölf Jahre. In den Naturwissenschaften oder der Medizin ist auch die Kooperation von Universitätswissenschaftlern mit Professoren an Forschungsinstituten in der Region die Regel.

Trotz des Staus soll es auch Neuerungen geben. Im Gespräch ist die Bildung von großen Zentren der Forschung als Supersonderforschungsbereichen. Dafür will die DFG die Gelder nehmen, die ihr aus dem Verkauf der UMTS-Lizenzen zufließen werden. Im Rahmen dieser Zentren könnte die DFG fünf bis zehn Professuren finanzieren und solch ein Zentrum mit einem Jahresbudget von zehn Millionen Mark ausstatten.

Ingesamt verfolgt die DFG bisher den Plan, zehn bis zwanzig solcher großen Forschungszentren zu gründen. Die ersten zwei Zentren sollen noch in diesem Jahr eingerichtet werden. In Frage kommen große Forschungsthemen aus allen Wissenschaftsbereichen - von den Geistes und Sozialwissenschaften bis zu den Natur- und Ingenieurwissenschaften und der Medizin.

Mit 23 neuen Graduiertenkollegs will die Deutsche Forschungsgemeinschaft im kommendem Jahr den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Zu den jetzt bewilligten Projekten gehört auch das Forschungsvorhaben "Makom: Ort und Orte im Judentum" an der Universität Potsdam.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben