Gesundheit : Space-Shuttle: Bremen hilft bei Reparatur im All

Paul Janositz

Ein Werkstück aus Bremen fliegt mit dem Spaceshuttle „Discovery“ ins All. Die bei dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gefertigte Palette soll den Astronauten als Ablage für Werkzeuge dienen. „Die vier Meter mal zweieinhalb Meter große Plattform ist bereits an den Shuttle angeschraubt und bestückt“, berichtete – kurz vor dem Start – EADS-Experte Mathias Spude dem Tagesspiegel von Cape Canaveral in Florida. Vor gut einer Woche sei der europäische Beitrag für die Wiederaufnahme der Shuttleflüge mit vier Zapfen, etwa zehn Zentimeter dick und dreißig Zentimeter lang, befestigt worden.

Die „Euro-Palette“, so Spude, besitzt eine Gitterstruktur aus Aluminium. Das Metall ist für den Einsatz im All speziell beschichtet worden. „Die Bedingungen sind extrem“, sagt Spude. Es herrsche Vakuum, die Temperatur schwanke zwischen minus 200 und plus 180 Grad Celsius und das Material müsse das Bombardement der UV-Strahlung aushalten. Drei Tonnen kann das etwa 950 Kilogramm schwere Gerüst tragen. Dieses Gewicht wird zwar in der Schwerelosigkeit nicht wirksam, in der Startphase wirken jedoch ungeheure Kräfte auf das Modul. Die Verteilung dieser Kräfte und die notwendige Stabilität wurden mit speziellen Algorithmen berechnet, ein laut Spude „speziell deutscher Beitrag“.

Die Astronauten benötigen die Ablagefläche bei ihrem Weltraumspaziergang, um Werkzeuge, Klebstoff oder Ersatzteile lagern zu können. Dann können sie im All Reparaturen an eventuell beschädigten Außenteilen des Shuttle, vor allem am Hitzeschutzschild, versuchen. Die bei der Startvorbereitung am Dienstag durch eine herabfallende Plastikabdeckung in Mitleidenschaft gezogenen Kacheln sind bereits ausgetauscht.

Die vom Shuttle ins All beförderte Plattform wird aber nicht zur Erde zurückkehren. Am neunten Tag der Mission soll sie an der Internationale Raumstation befestigt werden. Dann haben die ISS-Astronauten endlich auch eine standesgemäße Ablage.

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