Gesundheit : Sparen auch in Sachsen-Anhalt Hochschulen sollen abspecken: Nur noch eine Volluniversität?

Thomas Nawrath (dpa)

Ein Jahr nach dem Regierungswechsel in Sachsen-Anhalt herrscht bei Professoren und Studenten Unmut über den strikten Sparkurs, den die CDU/FDP- Regierung von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) den Einrichtungen verordnet hat. Nach der Wende mit Milliardenaufwand modernisiert und ausgebaut, sollen die zwei Universitäten und fünf Fachhochschulen nun kräftig abspecken. Nach Ansicht von Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) müssen die Hochschulen mit ihren 42 000 Studenten effizienter arbeiten und Doppelstrukturen abbauen. Und deshalb drängte das Land im März auf so genannte Zielvereinbarungen, mit denen die Hochschulen ab 2006 pauschal zu Einsparungen von 10 Prozent ihres jetzigen Etats verpflichtet wurden.

Dabei geht es um jährlich 30 Millionen Euro. „Doch die realen Einschnitte an den Hochschulen sind deutlich höher“, schimpft der Präsident der Landesrektorenkonferenz, Klaus Erich Pollmann. Einige Hochschulen würden künftig nur noch 75 Prozent der notwendigen Gelder erhalten. Damit drohten landesweit die Streichung von mehr als 1000 Wissenschaftlerstellen und die Schließung von Studiengängen. Einen Sturm der Entrüstung löste jetzt ein Planungspapier des Kultusministers aus, das nur noch eine Volluniversität im Land vorsieht. Pikanterweise soll dies die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg werden, an der Olbertz selbst als Professor für Erziehungswissenschaften gelehrt hat. Im Gegenzug soll die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg sich als Technische Universität etablieren - viele sehen darin eine Rückstufung.

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