Gesundheit : Sportfischer gefährden seltene Arten Experten fordern Reglementierungen

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Jeder vierte gefangene Fisch einer bedrohten Art wurde 2002 in den USA von einem Sportfischer aus dem Salzwasser gezogen. In einigen Regionen liegt diese Quote sogar noch höher: Im Südatlantik bei 38 Prozent, an der Pazifikküste bei 59 Prozent und im Golf von Mexiko gar bei 64 Prozent. Das berichtet eine Forschergruppe in einer OnlineVorabveröffentlichung des Fachmagazins „Science“.

Die Forschergruppe um Felicia Coleman von der Florida State Universität in Tallahassee analysierte die Fangdaten mehrerer US-amerikanischer Institute und Umweltbehörden für die Jahre 1981 bis 2002. Sie legten sowohl die Fänge kommerzieller Fischer als auch solche der Hobbyangler zu Grunde.

Bisher nahmen Experten an, dass die Feierabend-Fischer nur bis zu zwei Prozent an den Fängen beteiligt seien. Coleman und Kollegen fanden jedoch einen doppelt so hohen Anteil. Besonders stark seien Sportfischer am Fang solcher Arten beteiligt, die bereits als überfischt gelten. Bei einigen Arten überträfen Hobbyangler sogar die kommerzielle Fischerei. Außerdem angelten amerikanische Sportfischer im Gegensatz zur Industriefischerei selektiv große Fischarten. Um lebensfähige Populationen zu erhalten, müssten daher effektive Reglementierungen für die Freizeitfischer geschaffen werden, fordern die Autoren.

Für die deutsche Nord- und Ostsee gebe es noch keine derartigen Erhebungen, sagte Gerd Hubold, der Leiter der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg. Beim Dorschfang schätze man den Anteil von Freizeitanglern niedriger ein als die in der Studie genannten Quoten. Genaue Zahlen würden aber erst 2005 vorliegen. dpa

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