Gesundheit : Stabi-Leser müssen mehr zahlen Berlins größte Bibliothek schafft Tageskarte ab

Tilmann Warnecke

Wer in der Berliner Staatsbibliothek Bücher lesen oder ausleihen möchte, muss künftig mehr Geld bezahlen. Zum 1. September schafft die größte deutsche Bibliothek die Tageskarte für 50 Cent und die Wochenkarte (2,50 Euro) ab. Nutzer der Stabi müssen dann eine Monatskarte kaufen, die zehn Euro kosten soll. Auch die Jahreskarte wird teurer: Der Preis steigt von 15 auf 25 Euro.

Jeanette Lamble, die Stabi-Pressesprecherin, begründet die Preiserhöhung mit einem erweiterten Dienstleistungsangebot. Dazu gehörten vor allem neue Datenbanken und elektronische Zeitschriften. Zudem verbessere die Stabi die Sicherheit ihrer Bestände, wenn sie die Tageskarte abschafft. Denn die Tageskarten-Nutzer hätten sich nicht mit Namen registrieren lassen müssen. „Bei Fehlverhalten konnten wir da nicht einmal ein Bibliotheksverbot aussprechen“, sagt Lamble. Allerdings konnten Tageskarten-Nutzer bislang gar keine Bücher ausleihen oder wertvolle Bände oder Handschriften aus den Magazinen in den Lesesaal bestellen. Sie konnten nur die Nachschlagewerke in den Handapparaten benutzen.

Bisher verkaufte die Staatsbibliothek in ihren zwei Häusern am Potsdamer Platz und Unter den Linden pro Jahr 80000 Tageskarten. 56000 Nutzer besorgten sich letztes Jahr eine Jahres- oder eine Wochenkarte. Lamble bestreitet, dass die Stabi mit den höheren Preisen einige Nutzer abschrecken will. Besonders im Januar und Februar sowie im Juli muss die Stabi regelmäßig bereits mittags Leser abweisen, weil der Lesesaal überfüllt ist. In diesen Monaten bereiten sich in der Bibliothek viele Medizin- und Jurastudenten und in den letzten Jahren auch immer mehr Abiturienten auf ihre Prüfungen vor. Möglicherweise werden diese nun auf eine teurere Monats- oder Jahreskarte verzichten und auf andere Lernorte ausweichen.

Die Situation könnte sich allerdings auch weiter zuspitzen. Bisher stellte die Stabi bei großem Andrang als erstes die Ausgabe von Tageskarten ein, während sie Dauernutzer weiter einlässt. Was passiert, wenn sich jetzt alle Leser mit einer Tageskarte für ein Jahres- oder Monatsticket entscheiden, wollte Lamble nicht sagen.

Mehr im Internet:

www.staatsbibliothek-berlin.de

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