Gesundheit : Stammzellenimport: Regelung im Sommer?

bas

Am 30. Januar wird der Bundestag über den Import menschlicher embryonaler Stammzellen abstimmen. Am Tag danach entscheidet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) darüber, ob sie das Forschungsvorhaben des Bonner Neurowissenschaftlers Oliver Brüstle finanziell unterstützt. Brüstle will solche Stammzellen aus Israel einführen. An Versuchen mit Mäusen konnte der Forscher bereits zeigen, dass embryonale Stammzellen bei der Therapie von Multipler Sklerose nützlich sein könnten.

Wie am gestrigen Montag bekannt wurde, ist Brüstle nicht der einzige deutsche Forscher, der menschliche embryonale Stammzellen einführen möchte. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft liegen bereits "einige" weitere Anträge vor, wie DFG-Vizepräsidentin Bärbel Friedrich in Berlin sagte. Über die genaue Zahl und Zielsetzung dieser Projekte könne sie im Moment noch nichts sagen.

Im Falle einer positiven Entscheidung des Bundestages hatte Brüstle vor, die Stammzellen aus Israel noch im Februar zu bestellen, um danach schon bald mit der Erforschung zu beginnen, wie er im Gespräch mit dem Tagesspiegel gesagt hatte. Forschungsstaatssekretär Wolf-Michael Catenhusen (SPD) jedoch sagte am Montag, die Einfuhr müsse auch nach einer Importzustimmung des Bundestages noch rechtlich geregelt werden. Er plädierte dafür, den Bundestagsbeschluss schnell umzusetzen. Catenhusen, der selbst den Import befürwortet, hofft auf eine gesetzliche Grundlage für den Import noch vor dem Ende der Sommerpause im Juli.

Neben den embryonalen Stammzellen gibt es die adulten Stammzellen, die sich im Körper jedes Erwachsenen befinden. Sie galten lange als "gewebespezifisch", es stellt sich aber mehr und mehr heraus, dass auch sie sich in verschiedenste Zelltypen entwickeln können.

Damit sind auch die adulten Stammzellen medizinische Hoffnungsträger. Da für ihre Gewinnung keine Embryonen zerstört werden müssen, sind sie ethisch unumstritten. Allerdings sind viele Forscher der Meinung, dass man dennoch nicht auf die Erforschung der embryonalen Stammzellen verzichten sollte. So lassen sich die adulten Stammzellen bislang nur sehr schlecht vermehren.

Was die adulten Stammzellen betrifft, lasse sich Deutschland "mit allen anderen Ländern vergleichen", sagte Catenhusen. Allein das Wissenschaftsministerium hat seit 1998 rund 25 Millionen Euro Fördergelder für Arbeiten mit Stammzellen bereitgestellt.

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