Gesundheit : Stipendien: Nafög an der HdK: Keine Günstlingswirtschaft mehr

Anja Kühne

Erstmals sind die Nafög-Stipendiaten aus den künstlerischen Hochschulen Berlins von einer Kommission bestimmt worden, der externe Fachvertreter angehören - anstatt wie bislang nur Professoren. Der Senat hatte im vergangenen Winter die Neuregelung der Vergabepraxis durchgesetzt, nachdem einigen HdK-Professoren in einer Tagesspiegel-Recherche jahrelange Günstlingswirtschaft nachgewiesen worden war.

Bislang wurden die aus Senatsmitteln über zwei Jahre mit monatlich 1400 Mark geförderten Stipendiaten von sechs Professoren ausgewählt, vier gehörten der HdK an. Unter den gewählten Stipendiaten hatten sich damals jahrelang auffallend viele Schüler von Kommissionsmitgliedern befunden, manchmal die Hälfte oder gar zwei Drittel. Über die damalige Situation hatten sich auch die Kommissionsmitglieder der kleineren Hochschulen beklagt, die sich der Übermacht der HdK-Kollegen unterlegen fühlten.

In der neuen Kommission sind keine Lehrer von Bewerbern mehr. Statt dessen gehören ihr die Präsidenten der vier künstlerischen Hochschulen Berlins an sowie je zwei externe Fachvertreter für alle Fächergruppen. Sie werden dem Senat von den Präsidenten gemeinsam vorgeschlagen. Für die Bildende Kunst sind das Jörn Merkert (Berlinische Galerie) und Angela Schneider (Nationalgalerie), für die Darstellende Kunst Adolf Dresen (Regisseur) und Peter von Becker (Tagesspiegel), für die Gestaltung Angela Schönberger (Internationales Design-Zentrum Berlin) und Michael Hardter (ehem. Leiter des Künstlerhauses Bethanien), für die Musik Elmar Weingarten (Berliner Philharmonisches Orchester) und Lothar Schirmer (Stadtmuseum Berlin). Im Zuge der Reform hatte der Senat auch beschlossen, die Stipendiaten in Zukunft nur für ein Jahr zu fördern, um den Kreis der bedachten vergrößern zu können. Sechs der ausgewählten Stipendiaten kommen in dieser Vergaberunde von der HdK, sechs von der Kunsthochschule Weißensee und zwei von der Hochschule für Musik "Hanns Eisler".

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