Gesundheit : Streit um Grottian, Briefkopf und Porto FU-Präsident Gaehtgens wehrt sich gegen Kritik von Flierl

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Der Präsident der Freien Universität, Peter Gaehtgens, sieht sich von Wissenschaftssenator Thomas Flierl zu Unrecht gemaßregelt. Flierl hatte, wie berichtet, öffentlich kritisiert, dass Gaehtgens den FU-Professor Peter Grottian wegen seines Engagements in der Initiative gegen den Bankenskandal gerügt hatte (vgl. Tsp vom 9. und 13. August). Dazu Gaehtgens: „Das musste ich schon deswegen tun, weil Dienstaufsichtsbeschwerden und eine Strafanzeige gegen Peter Grottian vorliegen.“ Ein FU-Mitglied und der CDU-Abgeordnete Michael Braun hätten sich beschwert, dass Grottian für die Briefe, mit denen Fondszeichner zur Rückgabe ihrer Anteile aufgefordert werden, Briefkopf und Porto der FU verwendet hatte. „Daraufhin habe ich ihm intern mitgeteilt, dass das mit den Dienstaufgaben eines Professors nicht zu vereinbaren ist.“

Grottians Antwort in einem offenen Brief, in dem er sich auf die Freiheit der Wissenschaft beruft, und Flierls Zustimmung dazu könne er, Gaehtgens, nicht nachvollziehen: „Mit Wissenschaftsfreiheit hat das nichts zu tun, schließlich geht es nicht um die Erkenntnis von Wahrheiten - die liegen ja eh auf dem Tisch.“ Er teile Grottians Auffassung, dass die Vorgänge in der Bankgesellschaft skandalös seien: „Aber dagegen kann sich Grottian als Privatmann engagieren, nicht unter dem Briefkopf der FU.“ Die ganze Diskussion sei „disproportional“, aus einer Mücke werde ein Elefant gemacht. Grottian hat übrigens angekündigt, die 95 Euro Portokosten an die Universität zu überweisen. Abzuwarten bleibt, wie der Staatsanwalt auf die Strafanzeige gegen ihn reagiert. D.N.

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