Gesundheit : Studentinnen werden insbesondere bei Wirtschafts-Praktika benachteiligt

Studentinnen in den neuen Ländern haben heute mehr Schwierigkeiten, praktische Erfahrungen in der Wirtschaft zu sammeln, als vor der Wende. Vor allem Studentinnen in technischen Studiengängen seien dem Vorurteil mangelnder Kompetenz ausgesetzt, sagte die Mitarbeiterin im Gleichstellungsbüro der Technischen Universität (TU) Ilmenau, Corinna Giese. Geschäftsführer und Personalchefs seien meist Männer, die technischen Sachverstand eher ihren Geschlechtsgenossen zutrauten.

Nach einer Studie der Hochschule benötigten die Frauen mehr Bewerbungen als ihre männlichen Kollegen für einen Praktikumsplatz in der Wirtschaft. 80 Prozent der Studenten, aber nur 65 Prozent der Studentinnen hätten nach fünf Bewerbungen eine Stelle gefunden. Die Wege, auf denen sie ein Unternehmen für das Fachpraktikum gefunden haben, unterschieden sich erheblich von denen ihrer Kommilitonen. Sie nutzten verstärkt Informationspools außerhalb der Universität über Eltern, Bekannte sowie Berufsverbände und seien deutlich weniger in die informellen Kreise der Hochschule eingebunden als Studenten.

7,6 Prozent der befragten Studentinnen hätten Erfahrungen mit Diskriminierungen gemacht. Hinzu komme, dass Studentinnen weniger Einkünfte aus Praktikumsvergütung hätten. Zu DDR-Zeiten sei ein Praktikumsplatz von der Hochschule vermittelt worden, heute müssten sich die Studentinnen viel mehr selbst bemühen. Das habe aber auch Vorteile. "Zu DDR-Zeiten wurden auch unbeliebte Plätze zugewiesen, während im günstigsten Fall heute die Studentin die für sie ideale Firma findet", sagte Frau Giese.

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