Gesundheit : Studie der Stanford Universität: Gestresste Paviane sind häufiger krank

Eine gewisse Portion Stress hält agil, zuviel davon schwächt das Herz und die Abwehrkräfte, macht depressiv und tötet Hirnzellen - zumindest bei Pavianen. Das entdeckte der Biologe Robert Sapolsky von der Stanford Universität in Kalifornien bei Studien in Kenias Serengeti. Allerdings sei ein Kraut gegen Stress gewachsen: Ein Netzwerk stabiler sozialer Kontakte innerhalb der (Affen-)Gesellschaft sowie der spielerische Umgang mit dem Nachwuchs.

Sapolsky beobachtete die Affen und betäubte einige von ihnen mit präparierten Pfeilen, um ihren Puls, Blutdruck, Hormon- und Cholesterinspiegel messen zu können. Aus diesen Daten folgert der Forscher, dass Paviane mit einer aggressiven "Typ-A-Persönlichkeit" ihr Verhalten oft mit Krankheit bezahlen. Paviane eignen sich besonders gut für einen Stress-Vergleich mit dem Menschen, weil auch sie in vielschichtigen, wettbewerbsorientierten Gesellschaften leben.

Stress wirkt sich am schlimmsten auf den Magen- und Darmtrakt aus sowie auf den Schlaf, das sexuelle Verlangen und den Blutdruck. Der Stresshormone-Spiegel steigt mit dem Alter. Gleichzeitig produzieren Hirnzellen weniger Rezeptoren auf ihrer Oberfläche und werden dadurch verletzbarer. Die stete Belastung durch Stress-Hormone kann die Zellen im Hippokampus des Gehirns töten, sagt Sapolsky.

Sein kanadischer Kollege Michael Meaney von der McGill Universität in Montreal widerspricht dem. Etwas Stress sei ideal zur Stimulierung der Hirnzellen. Außerdem helfe er jungen Tieren, sich schon früh auf die Stresshormone einzustellen und sie später besser zu vertragen.

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