Gesundheit : Studiengebühren ja – aber mit Stipendien

Berlins Wissenschaftssenator a.d.

TURNERS THESEN

zu Bildung und Politik

Kaum ein Vorschlag zur Gesundung unserer Universitäten, der nicht die Erhebung von Studiengebühren – selbstverständlich sozial abgefedert – als wesentliche Voraussetzung nennt. Die Hauptsorge: Die bösen Finanzminister könnten den Hochschulen wegnehmen, was sie von den Studierenden einnehmen. Aber wenn die Studiengebühren den Universitäten tatsächlich zugute kämen – was würde sich ändern? Herzlich wenig! Das Geld würde wie üblich mit der Gießkanne verteilt. Und die Studenten würden die Gegenleistungen für ihren Obolus kaum wahrnehmen.

Was wir brauchen, ist eine echte Reform, um Hochschulen zu schaffen, an denen die Qualität der Ausbildung, der wissenschaftlichen Arbeit und der Dienstleistungen oberstes Ziel sind. Mindestvoraussetzungen dafür sind: 1. Die Hochschulen wählen ihre Studierenden selbst aus. Die ZVS wird aufgelöst. 2. Die Kapazitätsverordnung wird aufgehoben. 3. Die Unis können Studiengebühren erheben, wobei für ein angemessenes Stipendiensystem zu sorgen ist. 4. Grundsätzlich werden alle Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master konzipiert. 5. Die Hochschulleitungen stehen nicht mehr unter Staatsaufsicht, werden nach dem Prinzip von Vorstand und Aufsichtsrat konzipiert. 6. Die Gremien auf zentraler und dezentraler Ebene – unter Beteiligung aller Gruppen – haben lediglich beratende Funktionen.

In Berlin wird derzeit ein anderes Modell verfolgt – unter anderem mit den Plänen zur Viertelparität. Hier sollen Hochschulen ein Spiegelbild der Gesellschaft sein, in denen Mitwirkung und politische Rechte geübt werden.

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