Gesundheit : Studiengebühren: Keine Gebühren im Erststudium

cct

Das gebührenfreie Erststudium soll nun doch in einem Staatsvertrag garantiert werden. Erst im Juni war ein solcher Versuch vor allem am Widerstand Bayerns gescheitert. Den neuen Anlauf wird das Bundesland Rheinland-Pfalz starten. Wie der rheinland-pfälzische Bildungsminister Jürgen Zöllner bestätigte, werde Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) versuchen, eine Einigung mit den Ländern zu finden. Einen entsprechenden Vorstoß werde er auf der Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober einbringen.

Laut Zöllner ist man sich im Grunde mit den anderen Bundesländern einig, das Erststudium gebührenfrei zu halten. Lediglich das gesetzliche Verfahren sei umstritten. Indessen kündigte Staatssekretär Wolf Michael Catenhusen (SPD) an, dass die Bundesregierung im Falle eines erneuten Scheiterns ohne die Länder handeln werde. So wäre es zum Beispiel möglich, ein Verbot von Studiengebühren im Hochschulrahmengesetz zu verankern. Dies gelte allerdings nur für Studierende, die ihren Abschluss innerhalb der Regelstudienzeiten erreichen. Wer mehr als vier Semester überziehe, müsse mit Strafgebühren rechnen.

Auch der Präsident der Freien Universität Berlin, Peter Gaehtgens, schaltete sich in die Debatte ein. Einem Berliner Radiosender gegenüber forderte er Studiengebühren, die "an die Kostenintensität der einzelnen Studiengänge angepasst" sein müssten. Was bedeutet, dass sich Medizinstudenten auf vergleichsweise hohe finanzielle Belastung einstellen müssten. Allerdings müsse verhindert werden, dass junge Leute aus einkommensschwachen Familien von der Aufnahme eines Studiums abgeschreckt würdenn, sagte Gaehtgens. Er betonte, die Gebühren müssten den Universitäten zugute kommen und nicht den Landeskassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar