Gesundheit : Studienreform an FU und HU: Scheindiskussion um neue Titel

Sibylle Salewski

Bachelor und Master werden uns als schnell wirkendes Allheilmittel verkauft: Das ist amerikanisch, also muss es gut sein. Aber die Diskussion um die neuen Titel ist eine Scheindiskussion, die die eigentlich wichtigen Probleme der Bildungsdebatte ignoriert: überfüllte Hörsäle, mangelnder Praxisbezug, fehlende Didaktik in der Lehre und nicht zuletzt die schlechte Betreuung der Studierenden.

Dass wir zukünftig eine noch größere Zahl von Akademikern brauchen, bestreitet heute doch niemand mehr ernsthaft. In der Konsequenz brauchen wir Studiengänge, die alle Studierenden möglichst weitgehend qualifizieren. Der Bachelor leistet dies nicht - im Gegenteil. Er wird instrumentalisiert, um möglichst viele Leute möglichst schnell von der Uni runterzukriegen. Offiziell nennt sich das dann Berufsfähigkeit nach etwas mehr als dem Grundstudium.

Zu welchen Berufen und vor allem zu welchen Lohngruppen Absolventen mit diesem Abschluss dann keinen Zugang haben werden, gehört zu den großen Tabus der Diskussion. Nur ein kleiner Rest, der für würdig befunden wurde, darf im Anschluss noch in die heiligen Hallen der Wissenschaft aufsteigen. Derlei Konzepte aus der Mottenkiste haben nur einen Effekt: Sie lenken ab von den eigentlichen, dringend nötigen Reformen des Studiums.

Wir brauchen eine Diskussion über zu vermittelnde Schlüsselqualifikationen, über kreative Lernformen, über transdisziplinäres Lernen. Und wir brauchen die nötige finanzielle Ausstattung, um wirklich innovative Ideen umsetzen zu können. Und dann reden wir nochmal über Bachelor und Master!"

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