Gesundheit : Studienreform an FU und HU: Was-ist-was?

akü

Deutsche Studierende bleiben zu lange an den Hochschulen, studieren in zum Teil schlecht strukturierten Studiengängen wenig berufsorientiert und erwerben schließlich Abschlüsse, die international nur schwer kompatibel sind. Eine Kur für die alten Krankheiten sehen die politischen Meinungsführer fast einhellig in den neuen Abschlüssen Master und Bachelor. Seit 1998 das Hochschulrahmengesetz geändert wurde, gibt es bundesweit ungefähr 452 Studienangebote mit Master- oder Bachelorabschlüssen, die sich an dem weltweit am weitesten verbreiteten angelsächsischen Modell orientieren. Die Ausbildung ist stark berufsorientiert und zweistufig. Sie soll langfristig die bisherigen Diplom- und Magisterabschlüsse ersetzen. In Deutschland soll nach sechs bis acht Semestern Regelstudienzeit der Bachelor erreicht sein. Nur eine Minderheit besonders leistungsstarker Studierender soll danach noch zwei bis vier Semester in Masterstudiengängen und schließlich in Promotionsstudiengängen studieren..

Die neuen Studiengänge sollen in Modulen studiert werden - das sind inhaltlich aufeinander abgestimmte Bausteine. Die in einem Modul erreichte Leistung wird geprüft und mit Punkten versehen. Durch die Vielzahl der studienbegleitenden Prüfungen soll die große Abschlussprüfung entlastet werden. Die Kreditpunkte nach dem europäischen Kreditpunktesystem (ETCS) ermöglichen den internationalen Vergleich.

Die neuen Studiengänge werden bei den Akkreditierungsagenturen angemeldet und dort überprüft. Diese Art TÜV-Stempel bekommt ein Master- oder Bachelor-Angebot, wenn es einen "Mindeststandard" erfüllt. Damit sollen die Studiengänge schneller an aktuelle Veränderungen in Wissenschaft und Wirtschaft angepasst werden. Die herkömmlichen "Rahmenprüfungsordnungen" für Diplom- und Magisterstudiengänge wurden erst nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Kultusministern und Hochschulrektorenkonferenz genehmigt und damit für alle Hochschulen verbindlich, wenn sie oft schon veraltet waren. Um die Agenturen zu kontrollieren, haben die Kultusminister und Hochschulrektoren einen Akkreditierungsrat eingesetzt, dem auch Professoren, Studenten und Vertreter der Wirtschaft angehören.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben