Gesundheit : Studieren auf Pump

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Falls das Verbot von Studiengebühren in den nächsten Monaten fällt, wollen die unionsregierten Länder Darlehensmodelle für Studenten präsentieren. BadenWürttemberg und Hamburg verhandeln mit Kreditinstituten über die Finanzierung. Eine eigene Initiative startet jetzt die Deutsche Kreditbank (DKB): Als erstes privatwirtschaftliches Kreditinstitut eröffnet die DKB ab dem kommenden Wintersemester einen so genannten Bildungsfonds für Studierende.

Studenten, die ihre Zwischenprüfung absolviert haben, können bei der Bank einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 500 Euro monatlich aufnehmen – zunächst, um ihre Lebenshaltungskosten zu finanzieren. „Spitzenleistungen“ wolle die Bank mit dem Angebot fördern, sagte der DKB-Vorstandsvorsitzende Günther Troppmann, als er das Modell jetzt in Berlin vorstellte. Kreditwürdig sei, wer eine Vordiplomnote von 2,5 und das Empfehlungsschreiben eines Professors vorweisen könne. Der Kredit soll Studenten bis zu zwei Semester nach Überschreitung der Regelstudienzeit gewährt werden.

Zuletzt hatte Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger zinsgünstige Darlehen für Studierende vorgeschlagen, damit sie Gebühren von rund 1000 Euro pro Jahr finanzieren könnten. Die Kredite sollen nach Studienabschluss einkommensabhängig zurückgezahlt werden. Kreditausfälle soll ein Risikofonds auffangen.

Das mit fünf Prozent verzinste DKB-Darlehen muss dagegen ein Jahr nach dem Uni-Abschluss unabhängig vom Einkommen zurückgezahlt werden. Die monatliche Abzahlung soll dem erhaltenen Kredit entsprechen: Wer 500 Euro pro Monat bezogen hat, müsse auch monatlich 500 Euro zurückzahlen. „Bei Engpässen lassen wir aber mit uns reden“, sagte Troppmann. Gesine Schwan, Präsidentin der Universität in Frankfurt (Oder) sagte bei der DKB-Präsentation, ihr gefalle dieser amerikanische Ansatz, „mehr Vertrauen in die Leistung der Studenten zu haben“. tiw

Informationen im Internet: www.dkb-studenten-bildungsfonds.de

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