Gesundheit : Stuttgart setzt Professoren unter Druck

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Um die steigenden Studentenzahlen zu bewältigen, plant Baden-Württemberg Einschnitte für Professoren. „Wir müssen Lehrstühle künftig noch weit mehr als heute nach Leistung ausstatten“, sagte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) der „Financial Times Deutschland“. Dazu sollten die Hochschulen mit ihren Professoren Ziele vereinbaren. „Wenn diese Ziele nicht erreicht werden, wird die Ausstattung gekürzt.“ Auch für die Gehälter müsse das Leistungsprinzip gelten. Ziel sei es, Forschung und Lehre effizienter zu organisieren.

Zuvor hatte sich Frankenberg gegen einen Hochschul-Finanzausgleich zwischen den Bundesländern ausgesprochen, wie ihn Rheinland-Pfalz und Sachsen vorschlagen. Mit dem Bund-Länder-Ausgleich nach Schweizer Vorbild sollen Anreize für zusätzliche Studienplätze geschaffen werden. Danach soll jeweils das Land für die Studienkosten aufkommen, in dem ein junger Mensch sein Abitur abgelegt hat – und nicht mehr das Land, in dem der Student die Hochschule besucht. Gewinner wären Länder, die mehr Studenten ausbilden, als Landeskinder dort das Abitur ablegen.

Frankenberg hält den Vorschlag für nicht praktikabel und verfassungsrechtlich bedenklich – „denn wir haben keine Landesstaatsbürgerschaft“. Man brauche kein neues Ausgleichssystem neben dem Länderfinanzausgleich. Statt noch mehr Geld umzuverteilen, müssten angesichts steigender Studierendenzahlen mehr Mittel in die Lehre fließen. dpa

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