Gesundheit : Süssmuth will für Berliner Uni arbeiten

Felix Serrao

Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth übernimmt künftig eine Leitungsfunktion an der privaten Berliner OTA-Hochschule. Das gab sie gestern bei einer Pressekonferenz in deren Räumen am Ernst-Reuter-Platz bekannt. Welches Amt sie antritt, wollte die CDU-Politikerin noch nicht sagen. Es werde aber kein reiner Repräsentationsjob sein: „Wenn ich keine Zeit hätte, wäre ich nicht hier“. Gerüchte, sie werde OTA-Präsidentin, wollte sie offiziell noch nicht bestätigen. Zuletzt war Süssmuth Vorsitzende des Zuwanderungsrats. Dieser wurde 2004 von Innenminister Otto Schily aufgelöst.

An der deutsch-türkischen OTA-Hoschule, die im September ihre ersten Absolventen verabschiedet, können bis zu 80 Studierende pro Jahrgang in drei Jahren einen Bachelor-Abschluss in den Studiengängen „Informations- und Kommunikationsmanagement“ oder „Business Administration“ erwerben. Gegründet wurde die OTA im Jahr 2002 von dem deutsch-türkischen Unternehmer Erman Tanyildiz, der noch Präsident der FH ist. Die Studiengebühren betragen zurzeit 600 Euro pro Monat; ab 2006 soll es nach Angaben von Vizepräsident Izzet Furgaç Stipendien geben. Bewerbungen um einen Studienplatz seien jederzeit möglich. Praxiserfahrung sammeln die Studenten auch in Niederlassungen von deutschen Unternehmen in der Türkei, etwa bei der Deutschen Bank oder Mercedes.

Süssmuth, die vor ihrem Einstieg in die Politik Mitte der 80er-Jahre selbst als Professorin für Erziehungswissenschaft an verschiedenen Unis tätig war, begründet ihr Engagement bei der privaten Fachhochschule damit, dass die OTA nach dem Vorbild britischer Colleges besonderen Wert auf die berufliche Qualifizierung lege. Lobenswert fände sie zudem deren Anspruch, „interkulturelle Barrieren zu durchbrechen“. Süssmuth, die erst mit 44 Jahren CDU-Mitglied wurde, hat in ihrer Partei oft angeeckt. Will sie mit ihrer Tätigkeit für die OTA-Hochschule einen Kontrapunkt zur Linie der CDU beim Thema EU-Mitgliedschaft der Türkei setzen? „Wenn das ein Kontrapunkt zu meiner Partei ist, dann wäre meine Partei auf einem schlechten Pfad“, sagt die Politikerin.

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