Gesundheit : Supraleiter: Widerstandslos: Temperaturrekord bei Fullerenen

pja

Einen besonders effektiven Supraleiter haben Forscher aus Konstanz, der Schweiz und den USA gefunden. Damit könnte verlustfreie organische Elektronik möglich werden. Wie "Sciencexpress", die Online- Ausgabe des US-Fachjournals "Science" jetzt berichtet, handelt es sich dabei um Kristalle von Fullerenen. Diese stellen - neben Graphit und Diamant - eine weitere Modifikation des Kohlenstoffs dar. Die fußballähnlichen Moleküle werden auch als Buckyballs bezeichnet.

Materialien ohne jeglichen elektrischen Widerstand, so genannte Supraleiter, sollen künftig unter anderem superschnelle Computer und verlustfreie Stromspeicher ermöglichen. Fast alle bekannten Supraleiter müssen bis auf wenige zehntel Grad über dem absoluten Nullpunkt der Temperatur bei minus 273 Grad Celsius abgekühlt werden, eine aufwendige und teure Methode. Zwar kennt man auch einige Materialien, die bereits bei der wesentlich einfacher zu erreichenden Temperatur von flüssiger Luft (knapp minus 200 Grad Celsius) supraleitend werden. Es handelt sich dabei aber meist um schlecht zu verarbeitende Kupfer-Keramik-Mischungen.

Das Team um den Konstanzer Physiker Jan Hendrik Schön, der inzwischen bei den Bell-Laboratories in Murray Hill (US-Staat New Jersey) arbeitet, baute die beiden Chemikalien Chloroform und Bromoform in die Fußballmoleküle ein. Dadurch schafften sie Platz für zusätzliche Ladungsträger, die sie mit einem elektrischen Feld in den Kristall pumpten. Auf diese Weise verlor der Kohlenstoff bereits bei minus 156 Grad Celsius jeden elektrischen Widerstand. Bei dieser Temperatur kann der supraleitende Kohlenstoff verhältnismäßig leicht verarbeitet werden. Die Forscher hoffen, mit der von ihnen verwendeten Methode noch bei deutlich wärmeren Temperaturen Supraleitung zu erreichen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar