Gesundheit : Teilzeit, Kitas, Zusatzstipendien Hochschulrektoren beraten über „Frauen in der Wissenschaft“

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„Wenn Frauen fast die Hälfte der Absolventen und etwa ein Drittel der Promovierten stellen, aber nur zehn Prozent der Professoren, kann man das nicht länger hinnehmen.“ Deutliche Worte über die unbefriedigenden Fortschritte bei der Förderung von Wissenschaftlerinnen an deutschen Hochschulen – und diesmal nicht von den Frauenbeauftragten. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Klaus Landfried, hat sich des Problems angenommen und es erstmals zum Thema einer Jahresversammlung seiner Organisation gemacht. Die Hochschulrektoren und präsidenten beraten nun ab Montag in Dresden über „Frauen in der Wissenschaft“ – die Männerreihen dabei durchbrochen nur von einigen Uni- und Fachhochschulrektorinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen.

„Ich teile leider den Optimismus der Wissenschaftsministerin nicht, dass wir bis zum Jahr 2005 auf 20 Prozent Professorinnen kommen“, so Landfried. In vielen anderen Ländern ist diese Entwicklung günstiger verlaufen. Das gilt für die USA wie auch die Türkei, Frankreich und Schweden.

Damit es auch in Deutschland vorangeht, müssten die jungen Wissenschaftlerinnen Beruf und Familie leichter miteinander vereinbaren können. Dazu sollen Kindertagesstätten beitragen, aber auch Arbeitszeitkonten und Teilzeitstellen. Ein ganzes Bündel von Initiativen müsse die Entwicklung stützen, sagt Landfried und verweist auch auf die Anregung der Nobelpreisträgerin und Max-Planck-Direktorin Christiane Nüsslein-Volhard. Sie will, dass Wisssenschaftlerinnen für jedes Kind mit einem Zusatz-Stipendium unterstützt werden. Landfried schlägt zudem einen Rat erfahrener Wissenschaftlerinnen auf Bundesebene vor, die die Berufungsverfahren beobachten sollen. Dort könnten zentrale Hindernisse für den Aufstieg von Frauen liegen.Eine regelmäßige Berichterstattung von Bund und Ländern solle den Entwicklungsstand dokumentieren.

Dies ist die letzte Jahresversammlung, die Landfried als HRK-Präsident leitet. Nach zwei Amtszeiten stand er für eine Wiederwahl satzungsgemäß nicht mehr zur Verfügung. Sein Nachfolger, der Präsident der Freien Universität Berlin, Peter Gaehtgens, tritt im Sommer die Nachfolge an. rt

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