Gesundheit : Teure Krönung: Die Kronjuwelen - verstaubt und vergessen

I.B.

Nur ein einziges Mal wurde die prächtige Krone Friedrichs I. dafür benutzt, wozu man sie geschaffen hatte: zur Krönung. Selbst Friedrich I. hat die teuer erkaufte Krone zu seinen Lebzeiten nie wieder getragen. Erst zu seiner Beisetzung im Jahre 1713 kleidete man den Leichnam noch einmal mit dem vollen Krönungsornat an und setzte ihm die Insignie aufs Haupt, um ihn so ein letztes Mal als König in Preußen aufzubahren.

Seine Nachfolger wussten mit dem teuren Stück wenig anzufangen. Unter seinem Sohn, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., gerieten die Kronjuwelen fast in Vergessenheit. Wenn schon nicht in der Mottenkammer, so verstaubten sie im Tresor des Berliner Schlosses. Keiner der Nachkommen sah die Notwendigkeit - und hatte die Mittel -, eine zeremonielle Krönung anzuberaumen.

Friedrich der Große ließ 1741 die Steine und Perlen von der Krone demontieren und schenkte die Steine seiner Gattin Elisabeth-Christine zur "anderweitigen Verwendung", wie es im "Hohenzollern-Jahrbuch" von 1913 heißt, der letzten umfassenden Beschreibung der Kroninsignien und ihrer Geschichte. Nach dem Tode des "alten Fritz" ließ die Witwe die Krone ein letztes Mal zusammensetzen, auf dass man das preußische Erbstück hinter dem Sarg Friedrichs hertragen konnte.

Danach wurde sie erneut auseinandergenommen. Im Laufe der Jahrhunderte verliert sich die Spur der Steine. Einige von ihnen wurden für die Kopie der Krone recycelt, die der letzte Hohenzoller auf dem Thron, Kaiser Wilhelm II., 1888 in Auftrag gab. Sie wird heute von den Nachfahren der Hohenzollern auf ihrer Burg bei Hechingen verwahrt.

Von dem mit vier großen Brillanten, hunderten von Edelsteinen und Perlen besetzten Original ist nur noch das goldene Skelett erhalten. Es wird zusammen mit Reichsapfel und Szepter im Schloss Charlottenburg aufbewahrt.

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