Gesundheit : Teure Sahnehaube in Übersee - Der Tansatlantic Master

Lennart Paul

Mehr zu bieten haben als andere, etwas vorweisen können, was das eigene Studium hervorhebt aus dem Magister-Einerlei: Das ist der Hauptgrund, weshalb Absolventen ihre Aufenthaltsdauer an der Uni um ein Zusatzstudium verlängern. Ab dem kommenden Wintersemester werden Studenten nun erstmals den Zusatzstudiengang "Transatlantic Master" studieren. Gemeinsam bieten in Deutschland die Humboldt-Universität und die Freie Universität den "Transatlantic Master" an. Im Ausland sind die Universitäten von Bath, Siena, Madrid, Paris (Sorbonne Nouvelle-Paris III), North Carolina (Chapel Hill und Duke/Durham) sowie Seattle beteiligt.

Von 250 Bewerbern wurden zu diesem Wintersemester 50 zugelassen. Diese Teilnehmer, die aus der ganzen Welt kommen, treffen sich zu Beginn in den USA, wo sie auf dem Campus der University of North Carolina in Chapel Hill leben. Im Einführungsmodul lernen sie die Beziehungen zwischen den USA und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg kennen - aus historischer und politikwissenschaftlicher Perspektive. Nach diesen ersten drei Monaten gibt es für die Studenten die Möglichkeit, zu den Partneruniversitäten nach Siena oder Madrid, Bath oder Paris zu gehen. Zwei Studienstationen sind Pflicht, drei sind möglich. Gert-Joachim Glaeßner, Professor an der HU und Initiator des Programms, empfiehlt in jedem Fall, den Master am Ende des Studiums an einer ausländischen Universität zu erwerben.

Die Studienziele sind hoch gesteckt. Nach einem Jahr sollen die deutschen Teilnehmer unter anderem zu "interkultureller Kommunikation" fähig und auf eine berufliche Tätigkeit in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien im europäischen Rahmen vorbereitet sein. Die Möglichkeiten, nach dem Zusatzstudium auch Arbeit zu finden, schätzt Glaeßner gut ein. Seit zwei Jahren sammeln die HU und die FU bereits Erfahrung mit Absolventen des ähnlich aufgebauten "European Masters": "Von den Absolventen des Euro-Masters, zu denen wir noch Kontakt haben, sind mehr als 70 Prozent auf dem Arbeitsmarkt untergekommen." Die Arbeitgeber schätzten die Sachkenntnis über europäische beziehungsweise transatlantische Zusammenhänge und die "cultural skills" der Studenten sowie die soziale Kompetenz.

Ein Jahr lang in verschiedenen Ländern studieren und danach den Abschluss einer ausländischen Universität in der Tasche haben - das klingt nach einer dicken Sahnehaube für das Studienende. Doch der Haken am "Transatlantic Masters" ist die Finanzierung. 8500 US-Dollar Gebühren werden von jedem Teilnehmer verlangt - ein Zusatzstudium für Kinder reicher und wohlmeinender Eltern. "Durch die Förderungsrichtlinien des DAAD sind wir leider durchgefallen", sagt Gert-Joachim Glaeßner. "Der DAAD verlangt, dass sich die Studenten ein Jahr lang an einem anderen Ort aufhalten." Zwar gebe es beim "European Masters" für die deutschen Teilnehmer schon einmal Reisestipendien, und die HU könne für ihre eigenen Studenten einiges bewegen: "Aber ein Vollstipendium ist die ganz große Ausnahme." Anders werde es auch beim transatlantischen Zusatzstudium nicht sein.

Wer nicht am Geldmangel scheitert, der könnte an der Hürde der Sprachkenntnisse straucheln. Bewerber mit Deutsch als Mutterprache müssen sehr gute Englischkenntnisse und gute Kenntnisse in einer weiteren europäischen Fremdsprache nachweisen. Dass die Teilnehmer einen Hochschulabschluss in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach haben müssen, ist ohnehin klar. Fachhochschulabsolventen haben leider keine Chance. Das vierte Hindernis schließlich mag für deutsche Bewerber auch nicht immer leicht zu nehmen sein: Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 28 sein. Allerdings sind Ausnahmen hier möglich.Weitere Informationen gibt es bei Prof. Gert-Joachim Glaeßner an der Humboldt-Universität, Telefon 030-20 93 14 30, oder im Internet auf der Seite Trans-Atlantic Masters

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