Gesundheit : "Theatrum naturae et artis": Fast vergessene Schätze erschlossen

R.St.

Die "Sieben Hügel" im Gropiusbau, die große Ausstellung zur Jahrtausendwende, sind eingeebnet. Aber ein ursprünglich geplanter Achter ist nun an gleicher Stelle zu einem veritablen Berg gewachsen: aus 100 sehr verschiedenen Sammlungen der Humboldt-Universität. Die interessantesten Objekte wurden für die am Sonntag beginnende Ausstellung "Theatrum naturae et artis - Wunderkammern des Wissens" ausgewählt.

Haupttitel und Konzept stammen von Gottfried Wilhelm Leibniz. Der schrieb in einer Denkschrift für den Großen Kurfürsten von Preußen: "Zu allen diesen Wißenschafften dienen Bibliothecken, lconothecae (oder Collectanea von Kupferstücken, Rissen, Bildungen, und Gemählden), Kunst- und Raritäten-Kammern, Zeug- und Rüsthäuser, Gärten vieler Art, auch Thier-Behältnisse, und die grossen Wercke der Natur und Kunst selbsten, von welchen allem, zum Theatro Naturae et Artis, bei Churfürstl. Durchlaucht kein Mangel."

Noch im selben Jahr 1700 gründete Leibniz die "Berliner Societät der Wissenschaften", die heutige Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Nicht zuletzt aus Anlass ihres Jubiläums ermunterte sie die HU, Erbe ihrer Sammlungen, zu dieser Ausstellung und gehört nun zu den Kooperationspartnern, neben der FU, den Berliner Festspielen und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Der Anregung aus der Akademie hätte es kaum bedurft. Denn schon 1976 begann die HU, die eigenen, teilweise fast vergessenen Schätze zu erschließen. Getragen wird es von dem Mathematiker Jochen Brüning, dem Kunsthistoriker Horst Bredekamp und der hauptamtlich damit betrauten Altgermanistin Cornelia Weber.

Institutionell angebunden ist dieses mühevolle, aber spannende Vorhaben an das 1999 gegründete interdisziplinäre "Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik".

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