Gesundheit : Tödliche Einschlafunfälle Autofahrer ignorieren Müdigkeit

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Sehr viele Unfälle im Straßenverkehr haben eine recht triviale, aber dennoch höchst gefährliche Ursache: die Müdigkeit. Das Schlimme daran ist, dass die meisten Fahrzeuglenker ihre aktuelle Schwäche zwar merken, aber nichts unternehmen, um sie zu beseitigen. Dies bestätigt nun auch eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR).

In Zusammenarbeit mit der Kölner Polizei befragten Wissenschaftler des DLR unfallbeteiligte Fahrer zu Anzeichen von Aufmerksamkeitsmängeln und ihren Strategien dagegen. Denn schon länger war die Müdigkeit als Ursache für Unfälle auf Autobahnen bekannt. So hatte das Institut für Fahrzeugsicherheit des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bereits 1991 festgestellt, dass ein Viertel aller Autobahnunfälle mit Getöteten durch Müdigkeit ausgelöst werden. Wenn Lastwagen über 7,5 Tonnen zulässigen Gesamtgewichts beteiligt sind, waren es der Untersuchung zufolge 26 Prozent, bei Lkw bis 7,5 Tonnen sogar 36 Prozent. „Insgesamt kommen mindestens 75 Menschen pro Jahr durch Lkw-Einschlafunfälle auf deutschen Autobahnen ums Leben“, mahnten die Forscher damals.

Aber auch in der Innenstadt und hinter dem Autolenker fallen allzu oft die Augen zu. Fast jeder fünfte Autofahrer gibt zu, „dass Müdigkeit eine wesentliche Rolle bei dem Unfall gespielt hat“, heißt es nun in der DLR-Untersuchung. Viele Betroffene merken es auch, wenn ihre Leistungsfähigkeit nachlässt: Jeder Zweite spricht ganz allgemein von „Schläfrigkeit", 22 Prozent bemerken Fahrfehler. 20 Prozent der Betroffenen berichten, dass sie ihre Fahrgeschwindigkeit ändern. Und 19 Prozent der Befragten antworteten sogar, dass sie zunehmend aggressiver werden, wenn sie müde sind.

Aber nur jeder Dritte legt bei Müdigkeit eine Pause ein, berichtet Corinna ten Thoren, die an der DLR-Studie mitgewirkt hat. Die meisten Fahrer hielten sich mit Musik, einem Getränk oder einem Schwatz mit dem Beifahrer wach. Besonders gefährdet seien offenbar Schichtarbeiter. „Sie schlafen allzu oft gegen die innere Uhr, und das macht halt müde", sagt die Forscherin. Der Verdacht jedoch, die Unfallteilnehmer schliefen generell zu wenig, hätte sich nicht bestätigt. gih

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