Gesundheit : Treibhauseffekt: Eisendünger gegen Klimagas

Das Düngen der Weltmeere mit Eisen könnte kurzfristig das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre ziehen. Die langfristigen Auswirkungen seien jedoch unabsehbar, berichten Forscher aus Neuseeland in der Fachzeitschrift "Nature" (Band 407, Seite 695). Das Eisen führt zu mehr Wachstum von Algen, die dabei Kohlendioxid aufnehmen und später zum Meeresboden sinken. Unter Experten ist umstritten, ob das Treibhausgas damit dauerhaft am Meeresboden abgelagert wird oder relativ schnell wieder in der Atmosphäre erscheint. Außerdem werden Nebenwirkungen wie die Freisetzung von Methan befürchtet.

Die Arbeitsgruppe um Philip Boyd an der Universität von Otago verteilte 8,66 Tonnen einer Eisenverbindung auf einer Fläche von 50 Quadratkilometern im Südpazifik. Das Ergebnis war eine Verdreifachung der Algenmenge, die 600 bis 3000 Tonnen Kohlenstoff angesammelt hatte. Damit konnten die Neuseeländer vorhergehende Versuche und eine These des US-Ozeanographen John Martin bestätigen. Er hatte in den frühen 90er Jahren vorgeschlagen, mit Hilfe von Eisendüngungen das von Menschen produzierte überschüssige Kohlendioxid wieder aus der Atmosphäre zu entfernen.

Martin hatte entdeckt, dass Eisen der beschränkende Faktor für das Wachstum von Meeresalgen ist. Von den Algen aufgenommen, sollte Kohlendioxid in Form von totem biologischen Material auf den Meeresgrund sinken und dort für lange Zeiträume festgehalten werden.

Diesen wichtigen zweiten Aspekt der Martinschen Theorie konnte das Experiment jedoch nicht bestätigen. Lediglich Computersimulationen deuten darauf hin, dass das Gas langfristig gebunden wird. Ebenso gut ist es aber auch möglich, dass kleine Krebse und andere Pflanzenfresser die Algen vermehrt abweiden und so den größten Teil des Kohlendioxids wieder freisetzen.

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