Gesundheit : Trinkwasser – ein ungleich verteiltes GutWie das Wissen der Forscher aus dem Raum Berlin helfen könnte

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In unseren Breiten gibt es Trinkwasser im Überfluss - doch in weiten Teilen der Welt ist es knapp: Bis zu zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, und ihre Zahl wird weiter steigen. In Berlin und Umgebung ist jedoch eine große Zahl von wissenschaftlichen Einrichtungen ansässig, die sich mit dem Thema Wasser befassen.

Grund genug also für die Senatsverwaltung für Wissenschaft, die Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin und das Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Berlin, die Fachleute auch im Rahmen der Forschungspolitischen Dialoge an einen Tisch zu bringen. Unterstützt wurde die Vortrags- und Diskussionsreihe, die am Freitag stattfand, von den Berliner Wasserbetrieben sowie von ihren Anteilseignern, der RWE Aqua GmbH und der Vivendi Water.

Letztere haben vor zwei Jahren das Kompetenzzentrum Wasser Berlin ins Leben gerufen, um Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Schon 1995 war der Interdisziplinäre Forschungsverbund Wasserforschung entstanden, in dem sich Berliner und Brandenburger Wasserforscher zusammenfanden.

Arbeitsgruppe für Wissensexport

Wissen über das Sichern und Bereitstellen von Trinkwasser, über die Reinigung von Abwasser und die Möglichkeiten, sparsam mit der Ressource umzugehen, muss aber zu den Betroffenen gebracht werden. Vivendi und RWE agieren weltweit, auch die Berliner Wasserbetriebe haben Kontakte nach Mittel- und Osteuropa. Gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien, den Banken und Versicherungen, der Kreditanstalt für Wiederaufbau ließe sich bestimmt eine wirksame Arbeitsgruppe organisieren, ist sich Jürgen Heidborn, Ministerialrat im Bundesministerium für Forschung und Technologie, sicher.

Überdies könnten die Berliner Forscher Hilfestellung leisten, wenn die Osterweiterung der EU ansteht. Da geht es letztlich auch darum, dass die Beitrittsländer die im Dezember 2000 in Kraft getretene Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft übernehmen. In Osteuropa ist zwar meist genug Wasser vorhanden, aber die Qualität ist stark von jener der Flüsse abhängig, aus denen das Uferfiltrat gewonnen wurde. Und dann machen sich allzu oft marode Verteilungswege bemerkbar: Da versickert die Hälfte des Trinkwassers und mehr durch Löcher und Brüche in den veralteten Leitungen.

In den wohlhabenderen Sonnengebieten der Erde hingegen werden bis zu vier Fünftel des Wasserdargebots zur Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet. Was da verdunstet, steht für Kreisläufe nicht mehr zur Verfügung. Hinzu kommt dann der Export der Feldfrüchte – auch das Wasser, das sie enthalten, wird verkauft.

Als wäre die Palette der Probleme nicht schon lang genug, hat die Elbeflut noch zusätzliche aktuelle Sorgen verursacht. Hohe Dämme helfen nicht immer, jetzt soll sich das Wasser weit ausbreiten können, in Auengebieten und auf Ackerflächen. Aber was geschieht mit dem Schlamm, der sich dann absetzt, mit den Schadstoffen darin?

Fragen, wie sie Werner Schenkel aufwarf, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Gesundheit beim Umweltbundesamt. Immerhin: Einzelwissen auch zu so hoch komplexen Zusammenhängen des Hochwasserproblems sei durchaus vorhanden, betont Schenkel. Die Flut habe gezeigt, wie notwendig es ist, diese Kenntnisse zusammenzuführen. gih

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