Gesundheit : Trotz sinkender Zuschüsse Umsatzsteigerung um 20 Prozent

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Die deutschen Studentenwerke konnten im vergangenen Jahr ihre Umsätze trotz sinkender staatlicher Zuschüsse um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Mark steigern. Die Angebote für Studierende in ganz Deutschland wurden ausgebaut und verbessert. Dies geht aus dem Zahlenspiegel des Deutschen Studentenwerkes (DSW) in Bonn für die Jahre 1998 und 1999 hervor.

Den größten Posten der jährlichen Einnahmen konnten die insgesamt 62 Werke durch ihre Einrichtungen, wie Studentenwohnheime, Mensen und Cafeterien erwirtschaften. 1998 lebten 187 668 Studierende in Wohnheimen des Studentenwerks. Dieses stellt mit über 80 Prozent den größten Teil öffentlich geförderter Wohnplätze für Studierende. Bis auf die Schließung einiger Wohnheime im Ostteil Berlins ist die Gesamtzahl seit Anfang der 90er Jahre dank des mittlerweile abgeschlossenen "Bund-Länder-Programms zur Förderung des studentischen Wohnraumes" erheblich gestiegen.

Vor allem Wohnheime aus DDR-Zeiten profitierten von den Sanierungsmaßnahmen. An rund 60 Hochschulorten sind die Zimmer bereits mit einem Internetzugang ausgestattet. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren sind die Mieten in den Wohnheimen weitgehend konstant geblieben. Während Studierende in den alten Bundesländern im Schnitt 299 Mark im Monat bezahlen müssen, kommen ihre Kommilitonen im Osten mit 222 Mark ein wenig günstiger weg. Diese müssen sich manchmal noch mit einem Mehrbettzimmer in nicht sanierten Wohnanlagen zufriedengeben. Hier liegen die Preise für ein Zimmer teilweise noch unter 100 Mark.

Bundesweit sorgen die Studentenwerke in 420 Mensen und 432 Cafeterien für die Verpflegung von Studenten und Hochschulpersonal. Trotz der Verbesserung von Angebot und Service sind in vielen Städten diese Einrichtungen nicht mehr voll ausgelastet - die Zahl der ausgegebenen Mensaessen ging um 0,2 Prozent zurück. Und das, obwohl im Jahre 1998 für 100 Studenten im Schnitt nur rund acht Mensaplätze zur Verfügung standen.

Das DSW begründet diese mit dem Rückgang der Studierendenzahlen in den letzten Semestern. Die rückläufigen Zahlen der Mensabesucher beziehen sich jedoch weitgehend auf die alten Bundesländern. Bei den Studierenden im Osten erfreut sich das Mensaessen hingegen zunehmender Beliebtheit. Dort ist eine warme Mahlzeit schon für rund drei Mark zu bekommen.

Rückläufig sind auch die Zahlen der Studierenden, die im Rahmen der Ausbildungsförderung unterstützt werden. Die Summe der Bafög-Fördermittel ist allein im Jahr 1998 um rund 120 Millionen Mark zurückgegangen. Durch die Erhöhung des Kindergeldes blieben die Anhebungen der Bafög-Freibeträge und Bedarfssätze vom Herbst 1998 weitgehend wirkungslos. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Förderungsfälle: Immer mehr Studierende - eigentlich anspruchsberechtigt - scheuen die langwierigen und umständlichen Antragsverfahren. Für viele stellt das Bafög keine verläßliche und ausreichende Finanzierungsquelle mehr dar.

An vielen Universitäten bietet das Studentenwerk eine Reihe von Service- und Beratungsangeboten an. Darunter 85 Tagesstätten für Kinder studierender Eltern mit rund 3500 Plätzen. Diese decken jedoch den Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen an den Universitäten bei Weitem noch nicht ab. Insgesamt 41 Studentenwerke bieten unengeltliche psychologische und psychotherapeutische Beratung. An vielen Universitäten wurden Rechts- und Sozialberatungsstellen eingerichtet. Verstärkt setzt sich das DSW auch für behinderte Studenten ein, deren Interessen seit 1998 bei bereits 51 Studentenwerken durch einen Beauftragten für Behindertenfragen vertreten werden. Für Ausländischen Studierenden halten 42 der Universitäten ein Service-Paket bereit, das Unterbringung, Beratung und Semesterbeitrag umfasst.

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