Gesundheit : TU Berlin: Wir sind überlaufen

Uwe Schlicht

Die Technische Universität Berlin hat einen totalen Numerus clausus, und sie wird an diesem Prinzip festhalten. Das kündigte der für die Lehre zuständige Vizepräsident Jörg Steinbach vor dem Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses an. Die TU hat zum vergangenen Wintersemester 3021 Studienanfänger aufgenommen, obwohl sie nach den für die Rechtsprechung maßgeblichen Berechnungen der Kapazitätsverordnung nur 2575 Studienplätze hätte anbieten müssen. Diese Überlast habe die Universität aus gesellschaftlicher Verantwortung auf sich genommen, um der jüngeren Generation genügend Bildungschancen anbieten zu können, sagte Steinbach.

Der Vizepräsident kündigte an, dass die TU diese Politik der Überlast allerdings „nicht auf die Dauer durchhalten kann“. Eine alarmierende Aussage vor dem Hintergrund, dass der Hauptandrang neuer Studentenjahrgänge erst in den Jahren 2010 bis 2020 zu erwarten ist. Über alle Fächer gesehen muss die TU schon heute eine Überlastung von etwa 12 Prozent verkraften. Ein Blick auf die Statistik zeigt ein weiteres Problem: Zurzeit sind 29 816 Studierende eingeschrieben. Es stehen jedoch nur 14 000 bis 17 000 ausfinanzierte Studienplätze zur Verfügung.

Bei den überlangen Studienzeiten, die bisher dem Ruf der Berliner TU sehr geschadet haben, zeigt sich Bewegung. In den Jahren 1999 bis 2006 hat die TU nach den Angaben von Steinbach eine Verkürzung um 1,5 Semester erreicht. Im Bundesdurchschnitt hätten sich die Studienzeiten nur um ein halbes Semester verringern lassen.

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