Gesundheit : Üppige Ausstattung, wenig Studenten

Bayern will theologische Fakultäten abbauen – die Kirchen protestieren

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Im Zuge des Sparkurses an den Hochschulen haben die bayerischen Universitätsrektoren einen massiven Abbau der theologischen Fakultäten vorgeschlagen. Statt landesweit acht Fakultäten soll es demnach künftig nur noch vier geben. Dieser Vorstoß wurde von der Bayerischen Rektorenkonferenz einstimmig beschlossen und an Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) übermittelt.

Grund seien die drastisch sinkenden Studentenzahlen, die seit 1986 an den sechs katholischen Fakultäten um 60 Prozent, an den beiden evangelischen Fakultäten sogar um 70 Prozent zurückgingen. Der Bayerische Oberste Rechnungshof hatte ebenfalls eine Reduzierung der Fakultäten vorgeschlagen, da die üppige Ausstattung in keinem Verhältnis zur geringen Studentenzahl stehe.

Die katholische Theologie ist derzeit an den staatlichen Universitäten in München, Augsburg, Passau, Bamberg, Würzburg und Regensburg vertreten, evangelische Theologie wird in München und Nürnberg-Erlangen gelehrt. Nach Ansicht der Rektoren sollen die Katholiken künftig nur noch in München, Regensburg und Würzburg, die Protestanten nur noch in Nürnberg-Erlangen vertreten sein. Die Rektorenkonferenz forderte die Staatsregierung auf, mit den Kirchen in Verhandlungen für eine Revision des Konkordats und der Kirchenverträge einzutreten. Ohne Zustimmung des Papstes oder der evangelischen Landeskirche können nach der geltenden Rechtslage theologische Lehrstühle nicht einfach aufgelöst werden. Die Kirchen protestierten jedoch bereits gegen die Pläne.dpa

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