Gesundheit : Um Eindringlinge abzuwehren, müssen wir schwitzen

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Der Schweiß gesunder Menschen enthält in geringen Mengen ein natürliches Antibiotikum, das Bakterien abtötet. Birgit Schitteck und ihre Kollegen von der Tübinger Universität haben ein solches Molekül entdeckt und es Dermcidin genannt. Bisher war nur bekannt, dass verletzte Haut Substanzen absondert, die Mikroorganismen bekämpft. Schwitzen diene dagegen vor allem dazu, den Körper abzukühlen, dachten Physiologen bis heute.

Diese Ansicht muss nun revidiert werden, meint das englische Wissenschaftsmagazin New Scientist. Dermcidin tötet nämlich auch so weit verbreitete Bakterien wie Escherichia coli und Staphylococcus aureus. Beide Mikroorganismen gehören völlig unterschiedlichen Bakterientypen an. Vermutlich wirkt das Antibiotikum im menschlichen Schweiß daher gegen sehr viele verschiedene Bakterien.

Dermcidin trägt eine kleine negative elektrische Ladung. Herkömmliche Antibiotika sind dagegen meist positiv geladen. Möglicherweise zeigt die Substanz daher eine völlig neue Wirkungsweise, mit der Bakterien bekämpft werden können. Birgit Schitteck hofft jedenfalls, neuartige Antibiotika mit Hilfe ihrer Entdeckung entwickeln zu können. Offensichtlich hilft der Schweiß bei der Abwehr von Bakterien, indem er laufend mit geringen Mengen dieses Wirkstoffes die Mikroorganismen bekämpft. Erst wenn ein gefährlicher Erreger diese Barriere durchbricht, tritt dann die Immunabwehr des Körpers auf den Plan, die mit erheblich aufwändigeren Möglichkeiten den Parasiten attackiert. RHK

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