Gesundheit : Unis gegen Superinstitut der EU

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Die Hochschulrektoren der europäischen Universitäten sind gegen das geplante „European Institute of Technology“ (EIT). Die vorgeschlagene Struktur des Technologie-Instituts würde die europäische Forschung nicht stärken, sondern vielmehr die europäischen Universitäten „zersplittern“ und so entscheidend schwächen, heißt es in einer Erklärung der European University Association (EUA), der Interessenvertretung von über 750 europäischen Hochschulen. Der kürzlich von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vorgestellte Plan sieht für das EIT neben einem kleinen Leitungsgremium eine Reihe von „Wissensgemeinschaften“ vor, die an Universitäten und Instituten in ganz Europa gewonnen werden sollen und dann miteinander vernetzt werden könnten. Diese „Wissensgemeinschaften“ seien nicht geeignet, die Forschung in Europa voranzubringen, kritisieren die Hochschulrektoren – vor allem, wenn sie in einem Top-down-Verfahren auf bestehende Strukturen aufgestülpt würden.

Das EIT gilt als eine Lieblingsidee von Kommissionspräsident Barroso, die allerdings unter Forschern und Politikern heftig umstritten ist. Im Februar stellte Barroso nach langjährigen Diskussionen erstmals Grundzüge für den Aufbau des Instituts vor.

Unklar ist immer noch, wo das Geld für das EIT herkommen soll. Die Universitäten fordern jetzt, dass die EU das EIT nicht zu Lasten des ebenfalls neu geplanten European Research Councils finanzieren darf. Für diese neue Forschungsförderung will die EU ab 2007 1,5 Milliarden Euro ausgeben. Vielmehr müsste die EU für das EIT zusätzliche Mittel aufbringen und private Sponsoren gewinnen. tiw

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