Gesundheit : Unter dem Schirm der Minerva

40 Jahre deutsch-israelische Zusammenarbeit in der Forschung

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Minerva kann zufrieden sein. Seit 40 Jahren lenkt die römische Göttin der Weisheit die Geschicke der deutschisraelischen Wissenschaftsbeziehungen. Denn seit dieser Zeit arbeiten Wissenschaftler der deutschen Max-Planck-Gesellschaft und des israelischen Weizmann-Instituts zusammen, tatkräftig gefördert von der Minerva-Stiftung. Am Mittwoch war man im Berliner Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft zusammengekommen, um das Jubiläum gebührend zu feiern.

Engagierten Wissenschaftlern wie dem Heidelberger Physiker Wolfgang Gentner und den Weizmann-Forschern Gerhard Schmidt und Amos de-Shalit war es zu verdanken, dass gegen Ende der 50er Jahre die zerstörten Verbindungen zwischen Israel und Deutschland wieder neu geknüpft wurden. Damit eilten die Wissenschaftler sogar der politischen Diplomatie voran.

Dabei ging es nicht nur um die Wiederbelebung der deutsch-jüdischen Zusammenarbeit in der Wissenschaft, sondern auch um finanzielle Unterstützung für die junge israelische Wissenschaft und auf der anderen Seite um israelische Hilfe für die international immer noch isolierte deutsche Forschung. Normalisierung also, soweit das überhaupt möglich war.

Heute ist die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung so international wie kaum ein anderer Zweig des öffentlichen Lebens, und die deutsch-israelische Zusammenarbeit hat sich zu einem Netzwerk mit vielen persönlichen Verbindungen entwickelt, wie Max-Planck-Präsident Peter Gruss hervorhob. „Darauf können wir mit Stolz, aber auch mit Demut zurückblicken – denn angesichts des historischen Zusammenhangs war diese Entwicklung alles andere als selbstverständlich.“

Ungetrübt war die Feierfreude dennoch nicht. Ilan Chet, Präsident des Weizmann-Instituts, erinnerte an das zunehmend israelfeindliche Klima in der EU, vor dessen Hintergrund die Zusammenarbeit mit den Planck-Forschern umso wichtiger sei. „Wissenschaft bringt den Frieden zurück“, wünschte sich Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn mit Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt. wez

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