Gesundheit : Untiefen in der Datenflut Ein Max-Planck-Forum zu Suchmaschinen

Kai Kolwitz

Wie gut kann eine Suchmaschine eigentlich sein? Einer, der sich mit dem gegenwärtigen Standard nicht anfreunden möchte, ist Gerhard Weikum, Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. „Die meisten Anfragen laufen nach dem Schema: ,Wann hat Britney Spears Geburtstag?’“ In diesem simplen Bereich gibt der Wissenschaftler der Technik gute Noten, wie er bei einer Diskussion des Max-Planck-Forums in der saarländischen Landesvertretung in Berlin zu „Lotsen in der Datenflut“ sagte.

Aber: Ist es zum Beispiel nötig, für eine Antwort die Daten mehrerer Websites zu kombinieren, müssen die Maschinen passen. Auch sind sie mit ihrer rein auf Schlagwortabgleich aufgebauten Suche nicht in der Lage zu erkennen, ob sich eine Anfrage nach „Mercedes“ auf eine Automarke oder einen Frauennamen bezieht. Unbefriedigend für alle Suchenden mit höheren Ansprüchen, findet Weikum – Studenten etwa, oder Journalisten. Zumal sich auch immer mehr Profis bei ihren Recherchen nur noch auf das stützen, was ihnen die Suchmaschine vorsetzt.

Was geschieht eigentlich mit den riesigen Datenmengen, die Suchmaschinen von ihren Nutzern sammeln? Google zum Beispiel kann Anfragen bestimmten Rechnern zuordnen. Diese werden, wenn sie nicht gelöscht werden, erst im Jahr 2038 verfallen. „Alle Anbieter sammeln Informationen“, sagte Google-Pressesprecher Stefan Keuchel. Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz, merkte an, nur wenigen sei bewusst, wann sie welche Informationen über sich hinterlassen. Informatiker wie Weikum wünschen sich aber genau solche Datensammlungen. Denn so könnten sich Suchmaschinen entwickeln lassen, die ihre Ergebnisse dem Hintergrund des Fragestellers anpassen können.

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