Gesundheit : Ur-Lebewesen: Mikroben eroberten das Festland früh

Das Leben hat nach neuesten Erkenntnissen bereits 1,4 Milliarden Jahre früher als bislang gedacht von den Ur-Ozenanen aus das Land erobert. Winzige Lebewesen sind den Forschungen zufolge schon vor etwa 2,6 Milliarden Jahren auf dem Land gewachsen. Das berichten Yumiko Watanabe und seine Kollegen von der Pennsylvania State University in den USA in der am heutigen Donnerstag erschienenen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" (Band 408, Seite 574). Die Forscher hatten organische Ablagerungen in uralten Gesteinen Südafrikas untersucht. Deren Zusammensetzung deutete auf feine Mikrobenmatten hin, die sich bereits auf dem festen Land gebildet haben könnten.

In den Gesteinen aus dem Norden Südafrikas finden sich erhöhte Anteile von Kohlenstoff, dessen Herkunft umstritten ist. Aus der genauen Zusammensetzung der Gesteine, die neben Kohlenstoff auch Stickstoff, Wasserstoff und Phosphor enthalten, schließen die Geologen, dass diese Ablagerungen nicht aus Vulkanen stammen. Es könnte sich stattdessen um die Überreste sehr früher Organismen handeln. Für eine solche These spräche auch, dass die Wissenschaftler das organische Material nicht - wie bei Einschwemmungen zu erwarten - in Rissen und Spalten, sondern in homogenen Tonschichten fanden.

Ursprung der organischen Stoffe seien vermutlich dünne organische Matten, möglicherweise aus Blaualgen (Cyanobakterien), gewesen, die auch in den damaligen Ozeanen schon vorkamen, vermuten die Wissenschaftler. Als die ersten gesicherten Beweise für Leben auf dem Land galten bislang rund 1,2 Milliarden Jahre alte Mikrofossilien, die in Arizona entdeckt worden waren. Sollte sich die an die neuen Funde geknüpfte These bestätigen, so müsste die Eroberung des Landes um mindestens 1,4 Milliarden Jahre vordatiert werden.

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