Gesundheit : Venus: Planet verdreht Astronomen die Augen

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Der Morgenstern Venus dreht sich in anderer Richtung als die Erde und alle anderen Planeten des Sonnensystems. Ist unser Nachbarplanet ein aus der Art geschlagener, herumtollender Kreisel? Alexandre Correia und Jacques Laskar vom Institut für Himmelsmechanik in Paris können dies zumindest nicht ausschließen. Aber sie gelangten mit Hilfe eines Computermodells zu dem Schluss, dass Venus auch auf eine andere Art in die außergewöhnliche Drehung versetzt worden sein könnte, wie sie nun im Wissenschaftsmagazin "Nature" berichteten.

Bisher nahmen Astronomen an, dass die Drehachse der Venus im Laufe der Zeit gekippt ist. Ihr Verhalten entspräche einem schnell rotierenden, schräg liegenden Kreisel, der sich plötzlich umdreht und auf seinem Kopf weiterwirbelt. Die beiden französischen Wissenschaftler zeigten nun, dass eine sich zu Beginn langsamer drehende Venus eine ganz andere Entwicklung genommen haben könnte: Die Reibung zwischen ihrem flüssigen Inneren und ihrer Kruste sowie Gezeitenkräfte ihrer sehr dichten Atmosphäre könnten die Drehung gestoppt und dann in die andere Richtung beschleunigt haben.

Die Venus ist ähnlich groß und schwer wie die Erde. Aber ihre Atmosphäre ist erheblich dichter. Dieser Nebel heizt die Oberfläche des Planeten über den Treibhauseffekt auf bis zu 460 Grad Celsius an. Aber egal wie die eigenwillige Drehung unseres Nachbarn entstand, die beiden Wissenschaftler zeigten mit ihren Computersimulationen noch eines: Ein Planet mit den Eigenschaften der Venus, der griechischen Liebesgöttin, gelangt fast zwangsläufig zu einer eigenartigen Drehung. Andersrum.

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