Gesundheit : Verbreitung der Wale am Erbgut abgelesen Die Säuger waren einst viel zahlreicher als bisher angenommen

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Der kommerzielle Walfang hat nach Berechnung von USForschern weitaus größere Verluste unter den Walen im Nordatlantik verursacht als bisher angenommen. So sei die Zahl der Buckelwale und der Finnwale seit Beginn dieses Fangs vor rund 150 Jahren jeweils auf ein Zehntel geschrumpft. Bei den Zwergwalen war der Verlust etwas weniger drastisch. Ihre Population von ursprünglich etwa 265000 sei durch den Fang auf die Hälfte reduziert worden, rechnen die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals „Science“ (Band 301, Seite 508) vor.

„Unsere genetischen Analysen zeigen, dass einmal zwischen 800000 bis 900000 Buckel-, Finn- und Minkewale im Nordatlantik schwammen“, berichten Joe Roman von der Harvard-Universität bei Boston und sein Kollege Stephen Palumbi von der Stanford-Universität in Pacific Grove in Kalifornien. „Das sind weitaus mehr, als bisher vermutet wurde.“ Die Forscher ermittelten die Zahl der Säuger aus genetischen Abweichungen im Erbgut. Je mehr Gen-Variationen sie bei einer Walart fanden, desto größer war einst deren Population.

So muss die Nordatlantik-Bevölkerung der Buckelwale vor Beginn des kommerziellen Walfangs einmal bei 240000 gelegen haben und die der Finnwale bei 360000. Dagegen beziffert die Internationale Walfangkommission (IWC) in London die historische Zahl der Buckelwale nur auf 20000 und die der Finnwale auf 40000. Sie verlässt sich bei ihrer Schätzung auf die alten Logbücher von Walfängern. Die ursprüngliche Zahl der Wale ist deshalb von Bedeutung, weil die IWC den Fang einer Walart zum Großteil dann freigibt, wenn sich deren Population erholt hat und wenigstens wieder 54 Prozent der ursprünglichen Zahl ausmacht. Wegen der dramatischen Schrumpfung der Walpopulationen hatte die IWC 1986 ein weltweites Moratorium gegen den kommerziellen Walfang erlassen. Nur zwei ihrer 51 Mitgliedsländer unterlaufen es derzeit: Norwegen und Japan. dpa

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