Gesundheit : Verhandlungen mit TFH vor Abschluss - Rückmeldung einschließlich Erwerb des Tickets ab 1.2.

Klaus Oberzig

Mit Beginn des Sommersemesters 2000 soll es für die Studierenden der Technischen Fachhochschule Berlin (TFH) ein Semesterticket geben. Das sieht jedenfalls der Fahrplan des Allgemeinen Studentenausschuss (AstA) der Weddinger Fachhochschule vor, wie Ralph Piske, Vorsitzender der Studentenvertretung erläuterte. Die Vertragshandlungen mit BVG und S-Bahn seien schon in der Endphase und auch die Hochschulverwaltung habe sich darauf eingestellt. Denn nach dem Berliner Hochschulgesetz, das seit vergangenem Jahr mit dem Paragraphen 18a einen Passus über ein Semester-Ticket enthält, ist, neben der Zuständigkeit des AstA für die Einführung, auch die Hochschule beteiligt.

Sie soll, zusammen mit den Immatrikulations- und Rückmeldegebühren die Beträge einziehen. Der Präsident der TFH, Professor Gerhardt Ackermann, habe die Rückmeldefrist, die eigentlich schon begonnen habe, bis Ende Januar verschoben, um der Realisierung des Semestertickets den Weg zu ebnen. Einig sei man sich mit den beiden Berliner Verkehrsunternehmen über ein Solidarmodell mit Sockel, wie es Pisker nennt. Danach habe jeder Studierende als Solidaranteil pro Semester 80 Mark zu zahlen. Als Gegenleistung soll dafür jeder TFH-Student an den Wochenenden Busse und Bahnen benutzen dürfen. Wer das eigentliche Semesterticket will, muss ein monatliches Aufgeld von 39 Mark für die Bereiche AB und von 54 Mark für ABC entrichten.

Die Idee eines solchen "modifizierten Solidarmodells" sei im vergangenen Jahr durch eine Umfrage an der Hochschule entstanden, bei der sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen habe, im Rahmen eines Solidarmodells einen eigenen Entscheidungsspielraum zu behalten. Das sei, so Piske, durchaus vergleichbar mit der Bahn Card. Da würde man auch einen einmaligen Betrag zahlen und könne sich dann von Fall zu Fall entscheiden, ob man die Bahn oder zum Beispiel das Auto benutzen wolle.

Dieses modifizierte Solidarmodell der TFH Studenten geht genau zu einem Zeitpunkt in die Erprobung, bei dem sich die Berliner Politik, nach Jahren des unfruchtbaren Verhandelns durch die Studentenvertretungen, des Themas Semesterticket angenommen hat. In der Koaltionsvereinbarung hatten Ende vergangenen Jahres beide Regierungspartner die Realisierung als poltisches Ziel vereinbart. Allerdings bezog sich dies auf die bisher diskutierte Variante eines Solidarmodells, das für alle verbindlich ist.

Waren alle bisherigen Verhandlungen zwischen der Länderkoordination Semtix der Berliner und Brandenburger Asten immer wieder am Preis gescheitert, so hatte die Politik schon alleine dadurch Bewegung in die Sache gebracht, dass sie sich eindeutig auf einem Preis von 215 Mark festgelegt hatte. Dies hatte bei den studentischen Verhandlungsführern von Semtix dazu geführt, dass sie die bisher mit Verbissenheit verteidigte Schallmauer von 200 Mark nun zu überschreiten bereit waren. Wie Semtix-Sprecher Florian Boehm mitteilte, treffe man sich in Kürze mit Vertretern der Senatsverkehrsverwaltung und des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB), um zu einer endgültigen Einigung über das Semtix-Modell zu kommen. Man wolle versuchen, für den Preis von 215 Mark die Bereiche ABC auszuhandeln, dazu die Mitnahme von Fahrrädern und Kindern. Für die Potsdamer und Brandenburger Studenten könne man sich eine Einigung bei 190, beziehungsweise 119 Mark vorstellen. Einen Abschluss erwartet er im kommenden Semester.

Sollte sich dies bewahrheiten, gäbe es in Berlin zwei Varianten des Semestertickets, zwischen denen sich die Studierenden der Hochschulen entscheiden müssten. Florian Boehm glaubt dabei an die Wirkung des Preises. Die Semtix-Variante sei deutlich besser, nämlich fast um 100 Mark günstiger pro Semester.

0 Kommentare

Neuester Kommentar