Gesundheit : Verkürzung der Schulzeit?: Mehr Jugendliche zum Abitur führen

Die SPD-Bildungspolitiker haben sich für k&uu

Jürgen Zöllner ist Bildungsminister in Rheinland-Pfalz und SPD-Sprecher in der Kultusministerkonferenz.



Die SPD-Bildungspolitiker haben sich für kürzere Schulzeiten bis zum Abitur geöffnet. Was bedeutet das für die Schüler? Auf welche Angebote können sie sich künftig einstellen?

Es ist für uns wichtig, möglichst vielen jungen Menschen den Weg zum Abitur offenzuhalten und gleichzeitig Angebote eines "schnelleren Abiturs" für besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler zu machen. Darüber hinaus hat unser Ansatz in Rheinland-Pfalz, der mittlerweile in Sachsen-Anhalt und demnächst in Berlin übernommen wird, "Leerzeiten" herausgenommen. Durch die Vorverlegung der Abiturprüfung in der Jahrgangstufe 13 werden ohne Kürzungen der Unterrichtszeit längere Übergangszeiten zwischen Abitur und Studium vermieden. Die ersten Abiturienten nach diesem neuen System werden am 31.März 2001 ihr Abitur in der Tasche haben.

Welche Gründe waren ausschlaggebend für die SPD-Politiker, mehr 12-Jahresangebote u. . zu befürworten?

Weil wir im Interesse der jungen Menschen vermeiden wollen, dass die Frage der Schulzeitdauer apodiktisch mit 12 oder 13 Jahren entschieden wird, muss es differenzierte Schulzeitmodelle geben, die besser geeignet sind den unterschiedlichen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Wir wissen, dass rund 20% eines Abiturjahrgangs in der Lage sind, das Abitur schneller zu schaffen, also soll es für diejenigen auch ein Angebot geben.

Muss man damit rechnen, dass die SPD sich demnächst der populären CDU-Forderung nach einem 12-Jahresabitur anschließt?

Wir halten unsere Heransgehensweise für besser geeignet, den unterschiedlichen Erfordernissen gerecht zu werden. Eine generelle Verkürzung auf 12 Jahre hat viele Nachteile für die Beteiligten. Die Schüler haben einen höheren Leistungsdruck, schließlich müssen die von der KMK vereinbarten Jahreswochenstunden eingehalten werden. Mit acht Jahre zum Abitur wird auch der Übergang auf das Gymnasium nach der Klasse 10 in Haupt- oder Realschule schwieriger.

Warum hat Deutschland noch immer eine im europäischen Vergleich niedrige Abiturientenquote? Wodurch soll sie in den nächsten Jahren steigen?

Sie sprechen genau den Punkt an, um den es geht. Auch wenn der Anteil der Absolventen mit Fachhoch- oder allgemeine Hochschulreife in den letzten Jahrzehnten nach offiziellen KMK-Angaben deutlich gestiegen ist, müssen wir alles dafür tun, noch mehr qualifizierte junge Menschen sehr gut auszubilden. Mit attraktiven Schulzeitmodellen kann uns das gelingen.

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