Gesundheit : Verstoßene Kuckucksküken

Mancher Vogel erkennt den Betrug

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Der Kuckuck beutet andere Vögel aus. Er legt seine Eier in fremde Nester und lässt sie dort ausbrüten. Doch damit nicht genug: Die Kuckucksjungen werfen dann die Küken ihrer Pflegeeltern aus dem Nest. Vögel wie der Rohrsänger sind dumm genug, das Kuckuckskind, den Mörder ihrer Kinder, weiter durchzufüttern: Sie erkennen einfach nicht, dass es ein Kuckuck ist.

Warum können die Rohrsänger das nicht? Forscher von der Australian National University in Canberra haben darauf jetzt eine Antwort gefunden. Und zwar, indem sie eine Vogelart untersucht haben, die sich eben nicht vom Kuckuck betrügen lässt: 40 Prozent der Mütter des Staffelschwanzes erkennen ein Kuckucksküken und lassen es im Nest zurück. Es verhungert. Die schlauen Mütter gründen derweil ein neues Nest mit eigenen Kindern. Tatsächlich ist das den Vögeln aber nur möglich, weil ihre Brutsaison länger ist als die des Rohrsängers in Europa. Verlassen die Vögel ihr Nest, haben sie meist noch Zeit, eine neue Familie zu gründen, schreiben die Forscher im Fachblatt „Nature“.

Für den Rohrsänger ist es von großem Nachteil, dass er die Kuckucksküken nicht rechtzeitig erkennt. In der Evolution ist es deshalb zu einem Wettrüsten gekommen: Die Rohrsänger haben stattdessen gelernt, die Kuckuckseier aufzufinden; im Gegenzug tarnt der Kuckuck seine Eier geschickter, um den Rohrsänger immer wieder zu Fehlern zu verleiten. In Australien sind die Kuckuckseier den Staffelschwanzeiern bereits so gut nachempfunden, dass sie fast gar nicht mehr entdeckt werden. Die Staffelschwänze waren daher wohl gezwungen, eine neue Strategie zu entwickeln: Die Küken zu finden.ebi

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