Gesundheit : Vom Piezoeffekt zur Radioaktivität Vor 100 Jahren starb Pierre Curie

Paul Janositz

Viele Entdeckungen des am 15 . Mai 1859 geborenen französischen Physikers beeinflussen heute noch unsern Alltag. So der piezoelektrische Effekt, den der 20-jährige Pierre Curie 1880 zusammen mit seinem Bruder Jacques entdeckte, und der in Mikrofonen oder Uhren genutzt wird. Beim Piezoeffekt entsteht in manchen Kristallen, die unter Druck gesetzt werden, elektrische Ladung. Beim Anlegen einer Spannung verformt sich der Kristall. Es kommt zu Schwingungen, die etwa Quarzuhren den Takt geben.

Der Pariser Professor fand auch heraus, dass bestimmte Substanzen beim Überschreiten einer Temperaturgrenze den Magnetismus verlieren. Diese Eigenschaft ist als „Curie-Punkt“ bekannt und wird beispielsweise zur Datensicherung angewandt. Erhitzen von Festplatten über die Curie-Temperatur vernichtet alle Daten vollständig.

Entscheidend für seine weitere Karriere war die Heirat mit der polnischen Physikerin Marya Sklodowska im Jahr 1895. Marie Curie interessierte sich für die jüngsten Entdeckungen im Bereich der Strahlung und untersuchte auch uranhaltiges Erz. Pierre gab die Arbeit mit Kristallen auf, um seine Frau bei ihrer Forschung zu unterstützen. Gemeinsam entdeckten sie 1898 die radioaktiven Elemente Polonium sowie Radium und bekamen 1903 den Nobelpreis.

Der Umgang mit radioaktiven Stoffen griff die Gesundheit des Paares an. Allerdings starb Pierre Curie, erst 46 Jahre alt, am 19. April 1906, als ihn ein Pferdewagen überfuhr. „Er war völlig frei von jeder Regung der Eitelkeit und Kleinlichkeit“, sagte seine Frau über ihn. Marie Curie, die als erste Frau an der Sorbonne Physik lehrte, erhielt 1911 noch den Nobelpreis für Chemie.

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