Gesundheit : Von der Planwirtschaft zur Freiheit

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Die Hochschulen sollen künftig Bewerber abweisen und selbst in Numerus-clausus-Fächern Plätze frei lassen dürfen. Die Freiräume könnten der Forschung und der Verbesserung der Lehre zugute kommen. Dies forderte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Karl Max Einhäupl, der mit seinem Generalsekretär Winfried Benz und dem Vorsitzenden des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), Detlef Müller-Böling, Journalisten am Freitag in Berlin ein neues Modell für die Berechnung der staatlichen Mittel vorstellte.

Die bisher geltende sogenannte Kapazitätsverordnung (KapVO) kritisierten die Experten als "Relikt der Planwirtschaft und Bürokratie". In den 70er Jahren mit der Bildungsexpansion eingeführt, ist sie Grundlage für die Zulassungszahlen. Auf dieser Basis haben sich beispielsweise zahlreiche Medizinstudenten ins Studium eingeklagt. Die KapVO mache die Hochschulen unflexibel und verhindere nötige Reformen. Einhäupl: "Die KapVO fördert Volumen statt Qualität." Es müsse sich wieder lohnen, Studenten gut auszubilden. Wenn alle Kapazitäten für die Lehre genutzt würden, bleibe für Forschung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses wenig übrig.

Mit einem neuen Gutachten stellt das CHE auch die bisherige Verpflichtung des Staates in Frage, ausreichend Studienplätze bereitzustellen. Gutachter Winfried Kluth von der Martin-Luther-Universität in Halle kommt zu dem Schluss, dass der Staat seine Verpflichtung auch erfüllen kann, indem er durch den Wettbewerb der Anbieter das Grundrecht auf freie Berufswahl sichere - analog der Entwicklung bei Bahn und Telekommunikation.

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