Gesundheit : Vor 88 Jahren erreichte Amundsen den Südpol - Scott bezahlte seinen Abenteuergeist mit dem Leben

Ingo Bach

Heute vor 88 Jahren, am 14. Dezember 1911, ist der Wettlauf zum Südpol entschieden: der Norweger Roald Amundsen hisste am Pol die Flagge seines Landes. 1100 Kilometer hatte er vom Startpunkt der Expedition, der Walbucht, zurückgelegt, bevor er nach 45 Tagen das ersehnte Ziel erreichte. Obwohl sein Konkurrent, der Brite Robert Scott, schon vier Tage vor Amundsen, am 24. Oktober, aufgebrochen war, kam er erst am 17. Januar 1912 ans Ziel.

Was damals stattfand, war auch ein Wettkampf zwischen Tradition und Moderne. Während Amundsen mit seinen vier Begleitern auf die unter arktischen Bedingungen erprobten Hundeschlitten setzte, machte sich Scott mit vermeintlich schnelleren Motorschlitten und Pferden auf den Weg. Doch weder Motorschlitten noch Pferde hielten der antarktischen Kälte stand. Die Pferde erfroren, die Motoren versagen den Dienst. Nach all dem Pech wird Scott der Anblick der norwegischen Flagge tief getroffen haben - und wohl auch demotiviert.

Im Bewusstsein seiner Niederlage machte er sich mit seinen Begleitern auf den Weg zurück. Doch die Männer gerieten in mehrere Schneestürme. Ein letztes Mal fiel das Wetter nur rund 11 Meilen vom rettenden Stützpunkt entfernt über die Polarforscher her: Scott und seine Begleiter erfroren. Seine letzte Tagebucheintragung ist vom 29. März datiert: "Die Kraft hat uns verlassen. Das Ende kann nicht mehr lange dauern." Erst am 12. November 1912 fand ein Rettungstrupp die Leichen.

Roald Amundsen hingegen setzte seine Karriere als gefeierter Polarforscher fort. 1926 überflog er gemeinsam mit Umberto Nobile den Nordpol in einem Luftschiff. Im Juni 1928 kehrte er von einem Rettungsversuch für die in Schwierigkeiten geratene Nobile-Epedition jedoch nicht zurück und gilt seither als verschollen.

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