Gesundheit : Vor allem in Großbritannien und den USA tobt der Streit der Wissenschaftler

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Seit Mitte der 90er Jahre tobt der "Wissenschaftskrieg", eine vor allem in den USA und Großbritannien geführte heftige Auseinandersetzung einiger Naturwissenschaftler mit bestimmten Richtungen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Im Kern des Streits steht die Kritik der Naturwissenschaftler an einem modischen Relativismus: alles scheint möglich, alles scheint denkbar, es gibt keinen privilegierten Zugang zur Wahrheit und auch kein "richtig" und "falsch".

Dementsprechend hat eine auf Rationalität und strenge wissenschaftliche Maßstäbe gegründete Theorie keinen Vorrang mehr gegenüber anderen "Formen des Wissens". Jede Wissenschaft ist nur eine Konstruktion von Menschenhand ohne Anspruch auf höhere Wahrheit. Auf Seiten des Relativismus haben die Naturwissenschaftler Vertreter in fast allen wissenschaftlichen Disziplinen ausgemacht, etwa die Anhänger der postmodernen französischen Philosophen, radikale Wissenschaftshistoriker, aber auch Literaturwissenschaftler, Feministinnen, Anhänger alternativer Heilmethoden oder eines radikalen Ökologismus.

"Höherer Aberglaube" oder "Abschied von Wissenschaft und Vernunft" heißen die um das rationale Erbe der Aufklärung bemühten Streitschriften der Relativismus-Kritiker. Aufsehen erregte ein Schwindel des US-Physikers Alan Sokal: 1996 veröffentlichte er in der postmodernen Zeitschrift "Social Text" eine krause Mixtur aus humanwissenschaftlichen Floskeln, naturwissenschaftlichen Begriffen und einem modischen Jargon. Kurz darauf ließ er den von der Zeitschrift als ernsthafte Stellungnahme abgedruckten Text als Parodie auffliegen.

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