Gesundheit : Wärmefelder

Bas Kast

Als in den Tagen nach dem 11. September 2001 alle zivilen Flugzeuge in den USA auf dem Boden blieben, registrierten Klimatologen einen Anstieg der Temperatur. Der Grund: Die Kondensstreifen der Düsenflugzeuge bilden einen Wolkenschleier, der weniger Sonnenlicht durchlässt. „Globaldimmung“ nennt man das Phänomen. Fällt der Schleier weg, steigt die Sonneneinstrahlung – und die Wärme.

Wir Menschen heizen die Erde also nicht nur auf, wir kühlen sie auch ab. Es sind zwei gegenteilige Effekte der Industrialisierung: Die Verbrennung von Kohle führt zu Kohlenstoffdioxid, einem Treibhausgas, das die Erde erwärmen lässt. Zugleich schleudern wir Rußpartikel in die Luft, die die Erde dunkler und kühler werden lassen. Da der Erwärmungseffekt überwiegt, heizt sich die Welt unterm Strich auf, und zwar bedrohlich.

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Einige Atolle könnten bald schon unbewohnbar werden, wie die Inselgruppe Tuvalu östlich von Australien. Über dies und vieles mehr berichtet der australische Biologe Tim Flannery in seinem spannenden Buch „Wir Wettermacher“. Zwar gibt es immer noch Klimatologen, die die Computermodelle in Frage stellen, und es wäre schön gewesen, auch sie zu Wort kommen zu lassen. Dennoch: Flannery liefert eine großartige Übersicht zur Klimaerwärmung, ihren Folgen – und was wir dagegen tun können.

Tim Flannery: Wir Wettermacher. S. Fischer, Frankfurt a. M. 350 S., 19,90 €.

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